Collage: Schuhen und Lindner

Beim torlosen Hessenderby zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und Darmstadt 98 stehen die Torhüter im Mittelpunkt. In der Tabelle verpassen beide Teams dadurch den ganz großen Sprung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW und Darmstadt 98 trennen sich torlos

Szene aus SVWW gegen Darmstadt
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Auf dem Spielfeld standen sie rund 100 Meter auseinander: Heinz Lindner, Torhüter des SV Wehen Wiesbaden, und sein Kollege Marcel Schuhen von Darmstadt 98. Nach dem torlosen Hessenderby am Sonntag waren sich die beiden jedoch ganz nah. Einträchtig nebeneinander erklärten sie gegenüber den Journalisten ihre Heldentaten.

"Ich kann zu meinem Kollegen sagen, dass er ganz gut gehalten hat", sagte Schuhen anerkennend Richtung Lindner. Der hatte in der ersten Halbzeit mehrere Distanzschüsse der Darmstädter entschärft – auch wenn er mit dem allerersten von Marvin Mehlem etwas Probleme hatte.

"Ziemlich ekelhaft"

"Der Ball kam von der Flugbahn her ziemlich ekelhaft und ich war ziemlich froh, dass ich die Hände noch irgendwie hinter den Ball bekommen konnte", erklärte Lindner und ergänzte vielsagend: "Somit war ich warmgeschossen." Seung-Ho Paik, zweimal Tobias Kempe per Freistoß und der eingewechselte Tim Skarke in der Schlussphase kamen ebenfalls nicht am Österreicher vorbei, der beim SVWW-Heimspiel gegen Kiel noch sechs Gegentore hinnehmen musste.

In einem keineswegs langweiligen Spiel hatte Lindners Gegenüber Schuhen, der zuletzt nach einigen Fehlern wie gegen Regensburg und in Fürth in die Kritik geraten war, weniger Chancen, sich auszuzeichnen, nutzte sie aber überragend. In der ersten Halbzeit lenkte der Lilien-Keeper einen Kopfball von Manuel Schäffler artistisch an die Latte. Kurz vor Schluss bügelte er mit vollem Einsatz ein Missverständnis seiner Kollegen Kempe und Immanuel Höhn aus.

Grammozis macht Stabilität auch an Schuhen fest

"Er hat eine ungeheure Sicherheit ausgestrahlt, auch bei Fernschüssen. Das war auch ein Grund für unsere Stabilität", lobte Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis, dem die Paraden von Schuhens Gegenüber aber natürlich auch nicht entgangen waren. "Der Wiesbadener Torwart hat sehr gut gehalten und die Bälle entschärft." SVWW-Coach Rüdiger Rehm, der Schuhen gegen Schäffler eine "sensationelle Parade" attestierte, sah es ähnlich: "Ich denke, dass beide Torhüter ihren Teil zu diesem Spiel beigetragen haben."

Ganz nebenbei haben Lindner und Schuhen jedoch auch dafür gesorgt, dass die beiden hessischen Zweitligisten tabellarisch auf der Stelle treten. Wehen Wiesbaden verpasste den Sprung raus aus den Abstiegsplätzen, Darmstadt konnte sich nicht weiter von der gefährlichen Zone absetzen.

"Noch nicht gut genug"

"Wir haben uns in der Liga jetzt zurechtgefunden, sind aber immer noch nicht gut genug, um über dem Strich zu sein", sieht Rehm mit 14 Punkten aus 16 Spielen noch Entwicklungspotenzial für sein Team. "Ich finde ich es schade, dass wir hier nicht gewonnen haben, das hatten wir uns fest vorgenommen", sagte sein Gegenüber Grammozis und ergänzte mit Blick auf den Relegationsrang 16: "Aber wir haben vier Punkte Vorsprung." Auf den hessischen Konkurrenten SVWW sind es weiterhin fünf.

"Wir nehmen den Punkt mit, aber wir wollten natürlich nicht auf 0:0 spielen", sagte Schuhen, der für eine der beiden Nullen verantwortlich zeichnete. Und seinem Kollegen Lindner beim Fazit erneut sehr nah war. Denn der Österreicher formulierte es so: "Wenn du das Spiel nicht gewinnen kannst, sollst du es auch nicht verlieren. Das haben wir gemacht."