Fußball im Tor Sujet

Noch immer ist nicht final geklärt, wie bei einem Saisonabbruch im hessischen Amateurfußball mit der Aufstiegsregelung umgegangen werden soll. Nun setzen 45 Vereine den Landesverband unter Druck. Aber: Die Zeit drängt.

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Wie soll im hessischen Amateurfußball bei einem Saisonabbruch mit der Aufstiegsregelung umgegangen werden? Diese Frage beschäftigt vor allem die Vereine, die aktuell auf einem Relegationsplatz stehen und somit normalerweise um einen Platz in der nächsthöheren Liga spielen könnten. Daher machen sie nun Druck auf den Hessischen Fußball-Verband (HFV) - mit einem Brief, der dem hr-sport vorliegt, unterzeichnet von 45 Vereinen.

Ihre Forderung in dem dreiseitigen Papier: Alle zweitplatzierten Vereine, die entweder über die Relegation oder die Quotientenregelung die Chance auf den Aufstieg hätten, sollen bei einem Corona-bedingten Saisonabbruch automatisch mit dem Tabellenersten aufsteigen dürfen. Das sei die sportlich fairste Lösung.

Vorstandssitzung an diesem Samstag

Dieser Antrag ging am Dienstag an den HFV. Der Grund für die jetzige Veröffentlichung ist, dass die Zeit drängt. Am Samstag soll auf einer Vorstandssitzung über die Sache beraten und eine Empfehlung für den Verbandstag am 20. Juni ausgesprochen werden. Noch ist die Entscheidung offen. Die 45 Unterzeichner hoffen daher auf ihre letzte Chance.

Zuvor hatten sich die Vereine in einer Whatsapp-Gruppe zusammengeschlossen, um ihr Anliegen gemeinsam vorzutragen. Nach Veröffentlichung des Antrags seien noch zwei Clubs dazugekommen, berichtet Gerhard Schmidt, Präsident des VfR Groß-Gerau und Mitunterzeichner, dem hr-sport. "Ich bin überzeugt, dass es sogar noch mehr Vereine werden", so Schmidt.

"Würdigen Sie die sportliche Leistung"

Zu den Unterzeichnern gehört auch der KSV Hessen Kassel, der als Hessenliga-Zweiter in die Regionalliga Südwest, die nicht mehr zum HFV-Gebiet gehört, aufsteigen darf. Auch aufgrund dieses Präzedenzfalls hoffen die Vereine auf ihre vorgeschlagene Regelung. Für sie ist es schwer zu verstehen, warum Vereine nicht absteigen müssen, ihnen aber als Zweitplatzierten das Aufstiegsrecht verwehrt wird.

"Würdigen Sie die sportliche Leistung unserer erfolgreicheren Mannschaften, haben Sie den Mut dazu und handeln Sie im Sinne eines sportlich fairen Umgangs miteinander", heißt es dazu im Antrag an den HFV. Der Landesverband selbst wollte sich auf hr-sport-Anfrage zu der Sache noch nicht äußern und verwies auf die Entscheidung und Diskussion am Samstag.