Die Eckfahne der Offenbacher Kickers

Die Probleme der Fußball-Regionalliga Südwest werden immer größer. Wegen Corona ist der Spielbetrieb ausgesetzt, die Pause könnte noch lange andauern. Kickers Offenbach läuft dagegen Sturm.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Regionalliga Südwest: kein Fußball bis in den Januar?

Ein Ball liegt im Tor.
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Eigentlich lief an diesem Dienstag die Deadline ab. Will die Regionalliga Südwest - wie angedacht - Anfang Dezember ihren Spielbetrieb fortsetzen, müssten alle Vereine ab sofort wieder trainieren. Doch das verbieten die Behörden. Die hessischen Clubs Kickers Offenbach, FSV Frankfurt, KSV Hessen Kassel, TSV Steinbach Haiger, Eintracht Stadtallendorf und FC Gießen dürfen. "Doch andere Vereine haben aktuell weiterhin keine Erlaubnis", bestätigt der stellvertretende Regionalliga-Geschäftsführer Felix Wiedemann im Gespräch mit dem hr-sport.

Seit Anfang November ruht der Spielbetrieb komplett. Das Problem liegt in Rheinland-Pfalz. Während das hessische Innenministerium trotz Corona grünes Licht für die ansässigen Regionalliga-Clubs gegeben hat, sieht die Lage im Nachbarbundesland anders aus. "In Rheinland-Pfalz ist der Spiel- und teilweise auch der Trainingsbetrieb aufgrund der Vorgaben der Behörden nicht möglich", sagt Wiedemann.

Konkret dürfen Schott Mainz, RW Koblenz, Pirmasens und die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05 nicht spielen, Schott Mainz und Koblenz zudem nicht einmal trainieren. Pirmasens und Mainz II haben mittlerweile eine Ausnahme-Genehmigung für ihre Trainingseinheiten. Trotzdem ist damit die Idee, dass der Ball in der Liga ab Anfang Dezember wieder rollt, vom Tisch. Denn 14 Tage Training vor dem ersten Spiel müssen es schon sein, da sind sich alle Clubs einig.

XXL-Winterpause rückt näher

Damit rückt auch eine Pause der Regionalliga bis mindestens Mitte Januar immer näher. "Wenn sich an der aktuellen Situation nichts ändert, macht es Sinn, die Liga auch im Dezember auszusetzen", sagt Michael Görner, Präsident des FSV Frankfurt. Görner hofft auf eine baldige Entscheidung - und damit auf Planungssicherheit. Ähnlich sieht es eine Gruppe von neun Vereinen, unter anderem Steinbach Haiger, Gießen und Stadtallendorf. Sie schlugen in einer Video-Konferenz der Liga am Freitag vor, den Spielbetrieb bis Mitte oder Ende Januar auszusetzen.

Die Vertreter von Kickers Offenbach sehen das ganz anders. "Wir wollen unbedingt ab Dezember wieder Fußball spielen", sagt Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Er sieht auf die Regionalliga-Clubs sogar handfeste Probleme zukommen, sollte der Spielbetrieb nicht wieder aufgenommen werden, sobald dies rechtlich möglich ist. "Ich kann dem nicht folgen. Wenn man freiwillig nicht spielt oder trainiert, dann würde für die Vereine auch die Inanspruchnahme des Kurzarbeiter-Geldes entfallen".

Warten auf Merkel

Eine Abstimmung der Vereine wird es übrigens nicht geben. Die Organisatoren der Regionalliga Südwest entscheiden allein, auch wenn das Meinungsbild der Clubs eine Rolle spielt. Dieses ging in der Video-Schalte vom Freitag klar in Richtung XXL-Winterpause.

Den Vertretern von Kickers Offenbach, die anderer Meinung waren, blies dort phasenweise der Wind ziemlich ins Gesicht. Eine zeitnahe Entscheidung ist nicht in Sicht. "Wir müssen ein wenig nachsitzen und die Beschlüsse der Bundes- und Landespolitik abwarten", sagt Liga-Co-Chef Wiedemann. Wie sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Co. über den November hinaus zum Profi- und Amateursport positionieren, entscheidet sich kommende Woche.

Entfällt aus Termin-Not die Rückrunde?

Eine lange Winterpause würde die Termin-Not verschärfen. Wie bei all den ausgefallenen Spielen und insgesamt 22 Vereinen die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann, darüber hat sich FSV-Präsident Görner Gedanken gemacht: "Wenn nichts anderes mehr geht, spielen wir halt nur die Hinrunde. Danach könnte die Liga geteilt werden, mit einer Aufstiegs- und einer Abstiegsrunde."

So würde jeder Verein rund elf Spiele weniger absolvieren. Eines von vielen Gedankenspielen. Genaue Vorhersagen gibt es in Zeiten der Corona-Pandemie sowieso nicht. Und so schauen die Vereinsvertreter mit Sorge in die Zukunft.