Tim Boss (links) und Matthias Hamrol

Beim SV Wehen Wiesbaden hat Trainer Rüdiger Rehm den "offenen Konkurrenzkampf" um den Platz im Tor ausgerufen. In der vergangenen Saison ging das noch schief.

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Wer wird in der kommenden Saison Stammtorwart beim SV Wehen Wiesbaden? Um den Posten bewerben sich mit Tim Boss und Matthias Hamrol gleich zwei Neuzugänge.

Spielpraxis fehlt beiden

Boss ist aktuell vermeintlich im Vorteil: Der 27-Jährige ist bereits seit dem Trainingsstart Anfang August beim SV Wehen Wiesbaden dabei, zudem kennt der die 3. Liga aus seiner Zeit bei Fortuna Köln, wo er es zwischen 2015 und 2018 auf 60 Einsätze brachte. In den vergangenen zwei Spielzeiten reichte es bei Zweitligst Dresden allerdings nur für ein Pflichtspiel - am allerletzten Spieltag der abgelaufenen Saison.

Mit Boss um den Platz zwischen den Pfosten kämpfen soll Matthias Hamrol, der im Probetraining und im Testspiel gegen Darmstadt 98 (2:1) überzeugte und nun fest verpflichtet wurde. Wie seinem Konkurrenten fehlt Hamrol allerdings die Spielpraxis, in der vergangenen Saison bremste ihn eine Verletzung aus - für seinen Verein FC Emmen machte er nicht ein Erstliga-Spiel in der niederländischen Eredivisie. "Ein sehr schreckliches Jahr", wie der Keeper es selbst beschreibt.

Erinnerungen an 2019 werden wach

SVWW-Trainer Rüdiger Rehm hat bei der Verpflichtung des 26-Jährigen den "offenen Konkurrenzkampf um die Nummer eins" ausgerufen. Die Situation erinnert an die vergangene Zweitliga-Saison, als der SVWW sich auf der Torwartposition verzockte: Der einstige Drittliga-Ersatztorwart Lukas Watkowiak, inzwischen nach St. Gallen abgewandert, setzte sich zunächst gegen den aus Köln ausgeliehenen Nachwuchsmann Jan-Christoph Bartels durch.

Nach zahlreichen wackeligen Spielen verlor er den Platz an Bartels, der sich nach nur wenigen Minuten schwer verletzte. Wiesbaden holte Heinz Lindner nachträglich als neue Nummer eins, hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon einen großen Rückstand auf die Konkurrenz in der zweiten Liga. Hinzu kam unglaubliches Verletzungspech der Schlussmänner: Trotz zeitweise fünf Keepern im Kader tauchte in der Hinrunde sogar zweimal Torwarttrainer Marjan Petkovic als Ersatzmann auf dem Spielbericht auf.

Saisonstart gegen Heidenheim und Verl

Ein solch böses Erwachen soll es in der kommenden Saison nicht geben. Der "technisch und taktisch sehr gut ausgebildete" (SVWW-Sportdirektor Christian Hock) Boss und der auslandserfahrene Hamrol, der in Polen bei Kielce seine bisher beste Zeit hatte, haben noch einige Wochen, sich für den Posten zu empfehlen. Dahinter lauert mit Nachwuchsmann Arthur Lyska der letzte verbliebene Keeper aus dem Zweitliga-Kader.

Für den SV Wehen Wiesbaden startet die Saison mit dem Pokal-Heimspiel gegen den Zweitligisten FC Heidenheim (11.-14. September). Eine Woche später geht es mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger SC Verl in der 3. Liga los.