Wehen nur Unentschieden

Der SV Wehen Wiesbaden und der VfL Bochum haben sich nach einem absurden Fußballspiel die Punkte geteilt. Die Hessen schenkten den ersten Sieg der Saison gegen einen lange Zeit hilflosen Gegner unerklärlicherweise her.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW-Trainer Rehm: "Müssen es nach Hause bringen"

Rehm gegen Bochum
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Die Zuschauer in Bochum erlebten am Samstag ein denkwürdiges Fußballspiel: Nach zwei Hälften, die unterschiedlicher nicht hätten verlaufen können, teilten sich der VfL und der SV Wehen Wiesbaden mit 3:3 die Punkte. Während sich der Gastgeber darüber freuen kann, wirkt das Endergebnis für den SVWW nach einer 3:0-Halbzeitführung wie ein schlechter Scherz.

"Wir hätten die Chancen zum 4:0 nutzen müssen, dann wäre der Deckel drauf gewesen", ärgerte sich Trainer Rüdiger Rehm nach Abpfiff. Dass seine Elf am Samstagnachmittag nur einem Punkt dastehe, sei "ganz bitter".

Gegen die in den ersten 45 Minuten völlig hiflosen Bochumer schnürte Startelf-Rückkehrer Manuel Schäffler für die Mannschaft von Rehm einen Doppelpack (10., 45. Minute). Auch Maximilian Dittgen (19.) trug sich in die Torschützenliste ein und nährte die Hoffnung auf den ersten Saisonsieg der Hessen im Krisenduell der 2. Bundesliga.

Viel Grund zur Freude beim SVWW im Spiel gegen Bochum.

Watkowiak verhindert wenigstens den Super-GAU

Was nach der Pause aber passierte, ließ den bemitleidenswerten Rehm ziemlich ratlos zurück. Der SVWW verlor nach dem glücklichen Bochumer Treffer zum 1:3 durch Ulrich Bapoh (56.) erst die Spielkontrolle und zum Ende der Partie auch noch sämtliche Nerven.

Die Folge: Erst besorgte Jordi Osei-Tutu - wie Bapoh nach einem Eckball - den Anschluss (87.), und dann dann erzielte Silvere Ganvoula per Foulelfmeter in der 90. Minute noch den Endstand. In der Nachspielzeit rettete Torhüter Lukas Watkowiak dem SVWW immerhin noch den einen Punkt (den ersten der Saison für Wehen), als er einen Schuss von Danny Blum über die Latte lenkte. Nach einem Platzverweis gegen Bapoh (95., Tätlichkeit) war dann auch wirklich Schluss.

Schäffler verpasst drittes Tor um Haaresbreite

Wie konnte all das passieren? Darauf wird der SVWW in den kommenden Tagen Antworten finden müssen. Die Hessen dominierten die erste Halbzeit trotz einiger Unsicherheiten in der Rückwärtsbewegung nach Belieben und hätten gut und gerne fünf Tore schießen können.

Handlungsschnell, ideenreich und mit Zug zum Tor präsentierten sich die Hessen gegen einen defensiv völlig überforderten VfL Bochum. Besonders stark: Neuzugang Tobias Schwede als Vorbereiter auf der linken Seite und Schäffler im Sturmzentrum, dessen drittes Tor nur die Latte verhindern konnte (37.).

Bochum nimmt erst nach der Pause am Spiel teil

Die Hintermannschaft des VfL erreichte im ersten Durchgang mit viel gutem Willen Bezirksliga-Niveau. Kapitale Ballverluste am laufenden Band brachten Wehen Wiesbaden immer wieder in aussichtsreiche Situationen. Einen Kollaps wie er im zweiten Durchgang folgen sollte, hätte zur Pause wohl niemand im Stadion erwartet. Doch wieder einmal belehrte der Fußball alle Beteiligten eines Besseren.

Weitere Informationen

VfL Bochum - SV Wehen Wiesbaden 3:3 (0:3)

Tore: 0:1 Schäffler (10.), 0:2 Dittgen (19.), 0:3 Schäffler (45.), 1:3 Bapoh (55.), 2:3 Osei-Tutu (87.), 3:3 Ganvoula (90./FE)                
 
Bochum: Riemann - Lorenz, Decarli, Bella Kotchap (26.Bapoh), Danilo - Losilla, Janelt (67.Osei-Tutu) - Pantovic, Maier,  Blum - Ganvoula      
                                       
Wiesbaden: Watkowiak - Kuhn, Mockenhaupt, Mrowca, Niemeyer - Schwede (70.Knöll), Lorch (31.Dams), Chato - Ajani (43.Shipnoski), Dittgen - Schäffler

Gelbe Karten: Maier, Pantovic, Ganvoula / Dams
Rote Karte: Bapoh (90.+5)

Schiedsrichter: Schlager (Raststatt)  
Zuschauer:  14.189 

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Sendung: hr1, 24.08.2019, 15 Uhr