Wehen Wiesbaden nach dem 0:6 gegen Nürnberg

Bei der 0:6-Schlappe im Abstiegs-Duell gegen Nürnberg fiel der SV Wehen Wiesbaden auseinander. Vieles deutet auf einen Abstieg hin - sogar die Musik im Stadion.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SV Wehen Wiesbaden geht gegen Nürnberg unter

Hier schießt Robin Hack den 1. FC Nürnberg in Führung.
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Beim SV Wehen Wiesbaden haben sie Musikgeschmack, oder einen sehr ehrlichen Realitätssinn. Denn als die Wiesbadener Spieler nach der 0:6-Pleite gegen Nürnberg enttäuscht vor sich hin starrten, spielte die Stadion-Regie einen Song des Popsängers Moby ein. Ein schönes, leises Lied, mit einem geradezu symbolischen Refrain.

"Then it fell apart", sang Moby. Immer wieder. "Dann fiel es auseinander." Wenig hätte die Situation des SVWW nach dem 0:6 im Kellerduell besser zusammenfassen können als diese Textzeile. Die katastrophale Leistung in der zweiten Halbzeit, die düstere Situation in der Tabelle, in der zwei Spieltage vor Schluss zwei Punkte und acht Tore auf den Relegationsplatz fehlen.

"Eine wahnsinnige Enttäuschung"

Umso wichtiger wären Punkte gegen Nürnberg gewesen. Und - auch wenn sich das 0:6 nicht so anhört - zu Beginn hielt der SVWW gut mit. Nach dem frühen 0:1-Rückstand hatten Stefan Aigner, Manuel Schäffler und Gökhan Gül beste Torchancen, doch ein Treffer gelang nicht. In der zweiten Halbzeit fiel das Team dann wirklich auseinander. "Das ist eine wahnsinnige Enttäuschung für uns. Wir haben heute versagt", sagte Trainer Rüdiger Rehm.

Er könne sich für das Ergebnis nur entschuldigen, fügte Rehm noch dazu. Für die Leistungen der vergangenen Wochen muss der Coach dagegen nicht um Verzeihung bitten. Denn der SVWW spielt seit Saison-Restart fast immer ordentlichen Fußball, stand am Ende jedoch oft mit leeren Händen da. In Heidenheim war das so, im Spiel beim Hamburger SV oder daheim gegen Dynamo Dresden. So steigt man ab.

Mit "Kopf waschen" doch noch zum Klassenhalt?

Trotz des bitteren Rückschlages haben die Wiesbadener das Thema Klassenerhalt noch nicht aufgegeben. Rehm: "Wir werden uns gegenseitig die Köpfe waschen, um dann zu sagen: Es gibt noch zwei Spiele." Man sei mit dem Kopf dabei, das habe man am vergangenen Samstag beim 2:1-Sieg in Kiel gezeigt. Es sei unglaublich wichtig, das jetzt wieder zu zeigen.

SVWW-Torjäger Manuel Schäffler sieht das ähnlich: "Es geht immer weiter. Wir werden alles reinhauen gegen Darmstadt (So, 15.30 Uhr) und St.Pauli." Und vielleicht schafft Wiesbaden ja doch noch überraschend den Klassenerhalt.

Ein dazu passender Song von Moby wäre dann gar nicht so leicht zu finden, weil der US-amerikanische Sänger textlich eher schwermütig daherkommt. Für den Fall der Fälle könnte sich die Stadion-Regie in Wiesbaden aber vielleicht schon mal den Moby-Song "We are all made of Stars" hinlegen. Dort heißt es im Refrain: "No one can stop us now." Das würde dann ja doch passen.