Der SVWW verliert mit Manuel Schäffler seinen Star.

Am Donnerstag konkretisierte das Gerücht, am Freitag war der Abgang zum 1. FC Nürnberg bereits fix: Mit Manuel Schäffler verliert der SV Wehen Wiesbaden nicht nur seinen Top-Torjäger, sondern auch ein Gesicht des Clubs. Kann Phillip Tietz diese Lücke schließen?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Manuel Schäffler nun teuerster Abgang der Vereinsgeschichte

SVWW-Stürmer Manuel Schäffler ärgert sich über den Videobeweis.
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151 Pflichtspiele, 80 Treffer, 23 Vorlagen, alle 103 Minuten an einem Tor beteiligt, Vize-Kapitän: Der SV Wehen Wiesbaden verliert mit Manuel Schäffler nicht nur einen Typen, sondern seine Torgarantie der vergangenen vier Jahre.

Es war eine Erfolgsstory für beide Parteien: auf der einen Seite für den SVWW, der mit Schäffler aufgestiegen ist und dank seinen Treffern bis zuletzt an den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga glauben durfte. Auf der anderen Seite aber auch für den 31-Jährigen selbst, der sich in den Fokus größerer Vereine gespielt hat und nun zum Traditionsclub 1. FC Nürnberg wechselt.

Teuerster Verkauf der Vereinsgeschichte

"Für mich war die Zeit beim SVWW die erfolgreichste meiner bisherigen Karriere, und ich bin den Verantwortlichen sehr dankbar, dass sie mir diesen Schritt nun ermöglichen", sagte Schäffler in seiner Abschieds-Pressemitteilung. Sportdirektor Christian Hock, der den Stürmer 2016 von Holstein Kiel in die hessische Landeshauptstadt lotste, verwies auf dessen Verdienste: "'Cheffe' hat viel für den SVWW geleistet, und daher haben wir seinem Herzenswunsch entsprochen."

Nach dem Abstieg mussten die Wiesbadener einen Abgang einkalkulieren, zu stark hatte Schäffler eine Etage höher agiert. Ohne seine Treffer wären die Lichter wohl schon deutlich früher ausgegangen.

Finanziell wird der Verkauf durchaus versüßt, dem Vernehmen nach erhält der SVWW einen höhere sechsstellige Summe. Damit löst Schäffler den bisherigen Rekord-Verkauf ab, im Sommer 2011 verließ Fabian Schönheim für rund 400.000 Euro den Club in Richtung FSV Mainz 05.

Lücke soll in den eigenen Reihen geschlossen werden

Die zu schließende Lücke ist groß, und der Pflichtspielauftakt in der ersten DFB-Pokal-Runde gegen den 1. FC Heidenheim steht in rund einem Monat (11. - 14.9./Termininierung noch offen) auf dem Programm. Der SVWW will Phillip Tietz weiter aufbauen und den Abgang aus den eigenen Reihen kompensieren.

Phillip Tietz

Der 23-Jährige zeigte trotz langer Verletzungspause mit fünf Treffern und zwei Vorlagen in 17 Zweitliga-Partien bereits seine Qualitäten. Angesichts des schwierigen, derzeit komplett ruhigen Transfermarkts inmitten der Coronavirus-Pandemie scheint dieser Plan auf den ersten Blick plausibel.

SVWW in der 3. Liga wieder mit Favoritenrolle

Andererseits gehen die Wiesbadener als Absteiger nun wieder mit einer Favoritenrolle in die Duelle. Reicht die Durchschlagskraft ganz vorne? Im Vorjahr wollte der SVWW ebenfalls nicht stärker auf dem Transfermarkt tätig werden.

Doch nach nur einem Punkt aus den ersten sieben Spielen (darunter gegen Mitkonkurrenten wie Karlsruhe, Regensburg oder Bochum) folgte die Kurskorrektur, mit Stefan Aigner und Heinz Lindner kamen zwei Leistungsträger erst kurz vor dem Ende der Transferperiode. Es ist ein riskanter Weg.

Eröffnet sich eine Möglichkeit auf dem Transfermarkt?

Im Nachhinein wird bei der Suche nach Gründen für den Abstieg stets auf den verkorksten Auftakt verwiesen. Die Verantwortlichen müssen aufpassen, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Mit Schäffler geht ein erfahrener Akteur. Wenn sich die Möglichkeit eröffnet, dann wäre die Verpflichtung eines ebenfalls robusten Angreifers, der sich in der 3. Liga auskennt, sicherlich sinnvoll.

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zum Video Impressionen vom SVWW-Trainingsauftakt auf dem Halberg

SVWW-Training
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