Rüdiger Rehm

Nur eine Halbzeit liegt zwischen Relegations-Hoffnung und Abstiegs-Drama des SV Wehen Wiesbaden. Der Rückstand nach dem Hessenduell in Darmstadt wird wohl nicht mehr aufzuholen sein. Der Verlauf des Spieltags ist eine bittere Schlusspointe.

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Trainer Rüdiger Rehm hockte mit leerem Blick am Spielfeldrand - und auch die Profis des SV Wehen Wiesbaden wirkten nach dem Knockout im Abstiegskampf fassungslos. Nach dem 1:3 (1:0) im Hessenduell beim SV Darmstadt 98 ist der SV Wehen Wiesbaden so gut wie sicher aus der 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen. "Natürlich sind wir extrem enttäuscht", sagte Rehm. 

Was nicht zu übersehen war. Der späte Ausgleich von Abstiegskonkurrent Karlsruher SC gegen Bielefeld machte die Wiesbadener Hoffnungen auf ein Endspiel am letzten Spieltag jäh zunichte. Nach einer kräftezehrenden Saison, in der die Wiesbadener von Tag eins an tapfer gegen den Abstieg kämpften, ist das ein bitterer Schlussakkord. Der sonst so gefasste Rehm stand mit auf den Knien abgestützten Armen am Seitenrand und rang sichtlich um Fassung.

"Es fehlt die gesamte Saison über immer ein bisschen"

Der nur noch schwer abzuwendende Abstieg ist auch deshalb so bitter, weil der Spieltag die Wiesbadener erst gen Himmel, dann gen Hölle schickte. Denn noch zur Pause lagen die Hessen auf Kurs und mit 1:0 in Führung, nachdem Keeper Heinz Lindner sogar einen Elfmeter von Tobias Kempe gehalten hatte, während der Konkurrent aus Baden gegen Bielefeld 1:3 hinten lag.

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Christian Hock
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Doch mit Wiederanpfiff stellte sich die Wiesbadener Fußballwelt einmal auf den Kopf. Während der SVWW selbst die Führung verspielte und durch – mal wieder – zu einfache Gegentore mit 1:3 ins Hintertreffen geriet, blies der KSC zur Aufholjagd, die er durch zwei Elfmetertore schließlich vergoldete. "Es fehlt die gesamte Saison über immer ein bisschen", konstatierte Rehm treffend.

"Wir haben eine Achterbahn der Gefühle gehabt"

"Wir haben eine Achterbahn der Gefühle gehabt, wir waren zwischendurch dick im Geschäft. Und am Ende des Tages stehen wir da und haben nur noch eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt", so SVWW-Sportdirektor Christian Hock. "Das ist absolut bitter und geht an die Nerven."

Rehm gab sich nach dem ersten Schock etwas kämpferischer: "Es ist immer noch eine theoretische Chance da. Wir werden versuchen, uns im letzten Spiel von unserer besten Seite zu präsentieren und einen ordentlichen Abschied hinzulegen. Alles andere wird man dann sehen", sagte Rehm. Bei drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und der um zehn Treffer schlechteren Tordifferenz liegt die Betonung aber klar auf "theoretisch".