"Durchaus existenzbedrohend" - SVWW-Geschäftsführer Nico Schäfer malt ein düsteres Bild für den Verein, falls es bis Saisonende bei leeren Zuschauerrängen bleiben sollte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schäfer: "Für uns wäre es existenzbedrohend, wenn ..."

Nico Schäfer, Geschäftsführer des SVWW
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Nico Schäfer sieht den Fußball im Notbetrieb und malt für den SV Wehen Wiesbaden ein düsteres Zukunftsbild. "Wenn bis zum Saisonende keine Zuschauer zugelassen werden - und davon gehe ich persönlich aus - dann ist das durchaus existenzbedrohend", sagte der Sprecher der Geschäftsführung des hessischen Zweitligisten am Freitagmittag.

Der Etat des Aufsteigers sei mit rund acht Millionen Euro "auf Kante genäht". Schäfer bezifferte den wirtschaftlichen Schaden pro verbleibendem Heimspiel auf durchschnittlich 200.000 Euro. "Wir werden am Wochenende einen Notplan erstellen", kündigte er an. Das Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den Tabellenzweiten VfB Stuttgart war mit 8.200 Zuschauern in der im Umbau befindlichen Brita Arena ausverkauft. Zunächst hatte das Spiel ohne Zuschauer stattfinden sollen, am Freitagnachmittag wurde der Spieltag schließlich komplett abgesagt.

Warten auf die UEFA

Wie seine 35 verantwortlichen Kollegen aus der 1. und 2. Bundesliga erwartet der SVWW-Mann von der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am kommenden Montag in Frankfurt am Main klare Beschlüsse, wie es nun weitergehen wird. Am Freitag hatte das DFL-Präsidium vorgeschlagen, den Spielbetrieb vom kommenden Dienstag an bis zum 2. April auszusetzen, diese Forderung wurde in der Pressemitteilung zur Spielabsage wiederholt. Betroffen wäre damit nur ein weiterer Spieltag wegen der folgenden Länderspielpause.

Fußball-Deutschland schaut aber auch auf den Dienstag, wenn die UEFA die Corona-Lage diskutiert. Eine Absage oder Verschiebung der EM 2020 in zwölf Ländern wird immer wahrscheinlicher. "Das könnte uns Flexibilität verschaffen. Dann könnte die Saison verlängert werden", sagte der Wiesbadener Funktionär.

Klassenerhalt durch Saison-Abbruch?

Ein Saison-Abbruch könnte für den vom Abstieg bedrohten Aufsteiger aus der hessischen Landeshauptstadt den Klassenerhalt bedeuten. Kein Meister, kein Absteiger sind mögliche Szenarien. Trainer Rüdiger Rehm will das aber lieber sportlich regeln. "Der Blick auf die Tabelle zeigt, wie wichtig die Partie gegen Stuttgart ist", erklärte der SVWW-Coach noch vor der Absage. Wann das wichtige Spiel nun wirklich stattfinden wird, steht in den Sternen.