Rüdiger Rehm hat vor dem Spiel bei Holstein Kiel Redebedarf. Der Trainer des SV Wehen Wiesbaden stellt sich im Zweitliga-Abstiegskampf vor sein Team. Und er verrät, was ihm die Fans für die letzten Saisonspiele mitgeben haben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW zwischen Optimismus und Kampfgeist

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Pressekonferenzen sind für Trainer wie Spieltage – sie folgen einem bestimmten Ablauf, einer Routine. Business as usual, könnte man meinen. Davon war am Donnerstag allerdings erst einmal nichts zu spüren. Denn Rüdiger Rehm hatte Redebedarf. Die Schlagzeilen der vergangenen Tage ließen dem Trainer des SV Wehen Wiesbaden keine Ruhe.

"Dass hier ein Team auseinanderbricht, das kann ich absolut widerlegen", sagte er vor dem Spiel bei Holstein Kiel am Samstag (13 Uhr). "Ich kann sagen, dass wir eine verschworene Gemeinschaft sind. Und die Jungs wollen und werden diesen Weg weitergehen." Seine Mannschaft habe seit dem Start in der zweiten Fußball-Bundesliga eine tolle Entwicklung gemacht. "Die Jungs haben in den letzten Monaten einen großen Schritt gemacht und sich immer weiterentwickelt", so Rehm. "Es fehlt nicht viel. Es fehlen Kleinigkeiten."

Kampfgeist und Optimismus

An jenen Kleinigkeiten arbeite er mit dem Team – der mangelnden Chancenverwertung etwa, die sich bei der späten 2:3-Niederlage gegen Dynamo Dresden so gerächt hatte. "Jetzt gilt es, die letzten Schritte zu machen, um über den Strich zu kommen", betonte Rehm. Zweifel an seiner Mannschaft wollte er nicht aufkommen lassen.

Dabei ist der SVWW aktuell nur dank der besseren Tordifferenz Tabellenvorletzter, hat wie Schlusslicht Dresden 28 Punkte. Das allerdings ist nur eine Lesart der Tabelle. Rehm erinnerte daran, dass den Club aktuell auch nur zwei Punkte vom Relegationsplatz und dem Karlsruher SC trennen. Und dass der SVWW im Aufstiegsrennen vor einem Jahr eine schlechtere Ausgangssituation hatte, damals einen Zähler hinter dem Relegationsrang lag – und letztlich doch den Sprung in die zweite Liga schaffte.

Keine Angst vor dem Abstieg

"Warum sollten wir Angst haben?", fragte Rehm. Zwar dürften die Fans aktuell nicht ins Stadion, im Austausch mit ihnen ist der Coach des SVWW aber trotzdem. Und in jenen Gesprächen spürt Rehm vor allem eines: Rückendeckung. "Sie glauben an uns. Und – wir glauben auch an uns."

Und damit ist der Coach nicht allein. Sportdirektor Christian Hock ist "absolut" vom Klassenerhalt überzeugt: "Weil wir eine absolut tolle Truppe haben, die zusammenhält". Nach Kiel stehen für den SVWW noch die Partien gegen den 1. FC Nürnberg, bei Darmstadt 98 und am 34. Spieltag (28. Juni) gegen den FC St. Pauli an.

So könnte der SV Wehen Wiesbaden bei Holstein Kiel spielen:

Mögliche SVWW-Aufstellung

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 14.06.20, 22.05 Uhr