Markus Kauczinski schaut geknickt

Der SV Wehen Wiesbaden liefert eine ansprechende Leistung in Mannheim - ärgert sich dann aber über eine strittige Szene am Schluss. Der Coach wartet weiter auf seinen ersten Erfolg.

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Audioseite SVWW verpasst Auswärtssieg in Mannheim

Maximilian Thiel vom SVWW (rechts) im Spiel bei Waldhof Mannheim
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Zu Beginn war Markus Kauczinski noch gefasst. Der Trainer des SV Wehen Wiesbaden sagte nach dem 1:1 bei Waldhof Mannheim beim übertragenden Sender MagentaTV: "Wir haben gut gekämpft und gut gespielt. Ich habe das Gefühl gehabt, dass wir es im Griff haben." Dann aber kam er auf den unglücklichen Ausgleich in letzter Minute zu sprechen, als sein Torhüter Arthur Lyska den Ball ins eigene Netz bugsierte.

"Das war ein klares Foul, ich habe langsam keinen Bock mehr, das ist jetzt das dritte Mal nacheinander", hob der Trainer auf die strittigen Entscheidungen zuungunsten seiner Mannschaft ab. In der Tat hatte Mannheims Jesper Verlaat den Wiesbadener Schlussmann vor dem Treffer im Fünfmeterraum entscheidend und strafwürdig behindert. Verlaat meinte selbst: "Vielleicht kann man sagen, dass die linke Hand seinen Boxarm so ein bisschen blockiert."

Vorne zu ungefährlich, hinten sicherer

Kauczinskis Ärger war daher verständlich. Auf dem Papier hat seine neue Mannschaft nach seiner Amtsübernahme keine guten Ergebnisse erzielt: Erst das Aus im Hessenpokal bei Türk Gücü Friedberg (0:1), dann die Pleite beim 1. FC Kaiserslautern (0:1), gefolgt vom torlosen Remis gegen Verl, nun der späte und sehr strittige Ausgleich in Mannheim. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Wiesbaden unter dem neuen Trainer in Kaiserslautern und gegen Verl zurecht mit den Strafstoß-Entscheidungen der Referees hadern konnte.

Wiesbaden offenbart allerdings auch erkennbare Schwächen im Spiel nach vorne. Bei der Partie in Mannheim erzielte Maximilian Thiel mit seinem sehenswerten Freistoß zur Führung das erste Tor unter Kauczinski. Auf der anderen Seite steht das Team deutlich stabiler als in den letzten Spielen von Vorgänger Rüdiger Rehm, bis zum unglücklichen Gegentreffer waren die sonst so offensivstarken Mannheimer kaum mal gefährlich vor das SVWW-Tor gekommen.

Zwei Heimspiele - ausgerechnet

Und doch müssen für Kauczinski und den Verein endlich Ergebnisse her. Beim überraschenden Rauswurf Rehms Ende Oktober waren es drei Punkte Rückstand auf Aufstiegs-Relegationsplatz drei, nun sind es bereits sieben.

Die Wende zum Positiven sollen nun die Heimspiele gegen Halle (13. Dezember, 19 Uhr) und Freiburg (18. Dezember, 14 Uhr) bringen. Ausgerechnet, denn in Heimspielen war der SVWW in dieser Saison fast ausschließlich trostlos unterwegs mit nur einem Sieg aus acht Partien. Zumindest das Pech mit Schiri-Entscheidungen sollte nach dem Spiel in Mannheim jedoch fürs Erste aufgebraucht sein.