Imago Kyereh

Nach fünf Spielen ohne Sieg hat der SV Wehen Wiesbaden am Samstag in Nürnberg gewonnen. Für die Entscheidung sorgte Daniel Kyereh mit einem Traumtor aus der Distanz – und erinnerte damit an eine BVB-Legende.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Trainer Rehm: "Haben haben um jeden Zentimeter gefightet"

SVWW-Trainer Rüdiger Rehm war nicht ganz zufrieden mit dem Testspielergebnis gegen Waldhof Mannheim.
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Der SV Wehen Wiesbaden ist zurück in der Erfolgsspur. Das Team von Trainer Rüdiger Rehm beendete die Sieglosserie von fünf Partien am Samstag mit einem Erfolg beim 1. FC Nürnberg. Gegen den krisengeschüttelten Club setzte sich der SVWW mit 2:0 (1:0) durch. Die Führung hatte Manuel Schäffler nach nur vier Minuten besorgt. Das Tor war wegen einer vermeintlichen Abseitsposition überprüft worden, zählte nach Videobeweis aber. Daniel Kyereh erhöhte mit einem Lupfer aus 30 Metern auf 2:0 (48. Minute). Beim einzigen Treffer der Nürnberger stand Sebastian Kerk (61.) im Abseits.  

"Wir hatten nichts zu verlieren und wussten, es ist egal wie", sagte Manuel Schäffler nach der Partie. "Aber das 'Wie' war entscheidend. Wir haben über die Aggressivität und die Leidenschaft den Gegner reingedrückt." Dass sein Team nicht mehr Tabellenletzter ist, sei "egal", meinte indes Coach Rehm. "Aber - wir haben um jeden Zentimeter gefightet und in den Duellen die Fetzen fliegen lassen."

Frühe Führung, starker Keeper

Der SVWW trat beim Club von Beginn an mutig auf und spielte sich durch Maximilian Dittgen nach nicht einmal zwei Minuten die erste Chance heraus. Doch der Winkel war zu spitz und so setzte Dittgen den Ball denkbar knapp am Kasten vorbei. Besser machte es zwei Minuten später Schäffler. Sascha Mockenhaupt bediente den Stürmer mit einem perfekten Pass in die Schnittstelle, Schäffler lupfte den Ball ins Tor. Wegen einer vermeintlichen Abseitsposition kam der Videobeweis zum Einsatz, dabei war bereits zuvor erkennbar gewesen, dass Schäffler nicht im Abseits stand. Der Treffer zählt folgerichtig.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schäffler: "Wir hatten nichts zu verlieren"

Imago SVWW Schäffler Jubel
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Der SVWW verteidigte die frühe Führung kompakt und ließ die Gastgeber nur schwer in die Partie kommen. Den ersten Torschuss hatte der Club erst nach 39 Minuten – doch den Versuch von Johannes Geis klärte SVWW-Keeper Heinz Lindner, auch der Nachschuss blieb harmlos. Der Schlussmann erwischte auch gegen Nürnberg einen starken Tag und erwies sich einmal mehr als Rückhalt für die Rehm-Elf. Die verteidigte auch in der ersten Drangphase der Hausherren konsequent und ging so mit der knappen Führung in die Halbzeit.

Ein Traumtor und viel Willen

Nach dem Seitenwechsel kam Nürnberg mit mehr Zug zum Tor aus der Kabine – aber es traf der SVWW. Kyereh fasste sich aus 30 Metern und halbrechter Position ein Herz. Er lupfte den Ball über den herausgeeilten FCN-Keeper Felix Dornebusch ins Tor – 2:0, eine sehenswerte Remineszenz an Lars Rickens Treffer im Champions-League-Finale 1997 für Borussia Dortmund. Nach dem zweiten Treffer der Gäste fanden auch die Nürnberger besser in die Partie. Kerk traf zum vermeintlichen Anschlusstreffer, stand allerdings im Abseits, das Tor zählte nicht (61.).

Im Gegenzug wurde Kyereh im Nürnberger Strafraum unsanft gestoppt, soll nach Ansicht des Videoschiedsrichters aber zuvor den Ball mit der Hand gespielt habe – kein Strafstoß (62.), aber der Auftakt für eine turbulente Schlussphase. Der Club warf noch einmal alles nach vorn, doch die Rehm-Elf verteidigte mit Herz und Fortune. Paterson Chato klärte auf der Linie (77.) und auch Keeper Lindner präsentierte sich noch einmal stark.

Weitere Informationen

Nürnberg - Wehen Wiesbaden 0:2 (0:1)

Nürnberg: Dornebusch - Handwerker (84. Medeiros), Sörensen, Mühl, Valentini - Behrens, Geis - Kerk (62. Schleusener), Hack - Frey, Dovedan (46. Lohkemper)  

Wiesbaden: Lindner - Mockenhaupt, Dams, Mrowca - Ajani (83. Guthörl), Titsch-Rivero (26. Lorsch), Chato, Niemeyer - Kyereh (89. Shipnoski), Schäffler, Dittgen  

Tore:  0:1 Schäffler (4.), 0:2 Kyereh (48.)
Gelbe Karten: Hack / Mrowca  

Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 28.167

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