Aigner jubelt

Lebenszeichen im Zweitliga-Abstiegskampf: Der SV Wehen Wiesbaden gewinnt bei Holstein Kiel und holt drei extrem wichtige Punkte. Ein bemerkenswerter Siegtreffer, viel Regen und ein später Platzverweis prägen die Partie.

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Wiesbaden PK nach Kiel
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Der SV Wehen Wiesbaden lebt! Im Abstiegskampf der zweiten Fußball-Bundesliga haben die Landeshauptstädter drei wichtige Punkte eingefahren und verdient mit 2:1 (1:1) bei Holstein Kiel gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm war zunächst durch das Tor von Kiels Hauke Wahl in Rückstand geraten (14. Spielminute), kam aber noch vor der Halbzeitpause durch Jeremias Lorch zum Ausgleich (40.). Stefan Aigner drehte das Spiel später und traf zum 2:1 (56.), Wehen Wiesbadens Paterson Chato flog kurz darauf mit Gelb-Rot vom Platz (79.).

"Wenn du in unserer Situation in Rückstand gerätst, kann es passieren, dass du auseinanderbrichst. Aber das sind wir nicht, wir sind ruhig geblieben", resümierte Rehm nach dem Abpfiff. "Es war sicherlich kein Gaumenschmaus. Aber es war ehrliche, harte Arbeit – und deswegen haben wir uns die Punkte verdient."

Lorch kontert Wahl

Nachdem der SVWW bereits in der Anfangsviertelstunde auf Augenhöhe agierte und durch Aigner die erste Chance verzeichnete (5.), gerieten die Landeshauptstädter Mitte der ersten Halbzeit doch in Rückstand. Bei einem von Salih Özcan in den Strafraum gechipten Freistoß ließen die Gäste Zuordnung sowie Abwehrverhalten gänzlich vermissen, Phil Neumann legte per Kopf ab und Kiels völlig frei stehender Kapitän Wahl musste für sein erstes Saisontor nur noch die Innenseite seines rechten Fußes hinhalten (21.).

Ein früher K.o. für Wehen Wiesbaden? Von wegen. Die Rehm-Elf gestaltete das Geschehen weiter offen und kam noch vor der Pause zum verdienten Ausgleich. Bei einem Freistoß aus zentraler Position spekulierte Lorch im Kieler Fünfmeterraum auf den zweiten Ball und drückte das Leder schließlich gedanken- und handlungsschnell über die Torlinie (40.). Mit diesem bis dahin leistungsgerechten 1:1 ging es in die Kabinen.

Starker Regen, starker Wehen-Auftritt

Wegen starker Regenfälle an der Kieler Förde konnte der zweite Durchgang erst nach einer rund zehnminütigen Verspätung angepfiffen werden. Mit den nun herrschenden Platzverhältnissen – und sicherlich auch durch den Ausgleich beflügelt – kam der SVWW zunächst besser zurecht. Keine drei Minuten nach Wiederbeginn verpasste Marcel Titsch-Rivero die frühe Führung, als er am langen Pfosten eine Hereingabe von Lorch nicht mehr unter Kontrolle brachte (48.). Die Hessen waren nun mutiger, präsenter, einfach besser. Und sie belohnten sich.

Mit einem der nächsten Angriffe drehten die Gäste das Ergebnis. Manuel Schäffler, eigentlich der Top-Torjäger der zweiten Liga, glänzte diesmal als Vorbereiter: Per Hackentrick bediente er im gegnerischen Strafraum Aigner, der das Tempo noch einmal beherzt anzog und zum 2:1 einschob (56.). Eine Führung, die zu diesem Zeitpunkt absolut verdient war und sowohl die Moral als auch die taktische Cleverness des SVWW spiegelte: Spielerisch fand Holstein nämlich nur selten einen Weg durch das gut gestaffelte Bollwerk der Rehm-Elf.

Wiederholtes Foulspiel: Chato fliegt vom Platz

Trotzdem wurde es für die Hessen noch einmal knifflig. Je näher der Abpfiff rückte, desto mehr erhöhten die Kieler Störche den Druck. Die Gäste aber verteidigten die zahlreichen Holstein-Ecken und hatten auch ein bisschen Glück, dass Finn Poraths Schusschance nur knapp am linken Torpfosten vorbeizischte (66.).

Auch die Schlussphase, die die Landeshauptstädter nach Chatos Platzverweis wegen wiederholten Foulspiels (79.) rund zehn Minuten lang in Unterzahl verbringen mussten, veränderte das Ergebnis nicht mehr. Der SV Wehen Wiesbaden holt drei wichtige Punkte im Zweitliga-Abstiegskampf – und er tankt neues Selbstvertrauen.

Weitere Informationen

HOLSTEIN KIEL - SV WEHEN WIESBADEN 1:2 (1:1)

Kiel: Gelios - Neumann (60. Lauberbach), Wahl, Thesker, van den Bergh - Meffert - Mühling (13. Dehm/84. Schmidt), Salih Özcan - Iyoha (84. Baku), Porath - Reese (84. Atanga)

Wiesbaden: Lindner - Mockenhaupt, Gül, Röcker - Lorch, Chato, Schwede (88. Franke) – Aigner (82. Medic), Titsch-Rivero (68. Dittgen), Kyereh (87. Ajani) - Schäffler (88. Tietz)

Tore: 1:0 Wahl (21.), 1:1 Lorch (40.), 1:2 Aigner (56.)
Gelb: Thesker, Salih Özcan / -

Gelb Rot: Chato (Wehen Wiesbaden/79.)
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)

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