SVWW Sportdirektor Christian Hock gegen Dresden

Die Niederlage gegen Tabellennachbar Dresden hat richtig weh getan. Doch der SV Wehen Wiesbaden glaubt weiter an den Zweitliga-Klassenerhalt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Christian Hock: "Dumme und vermeidbare Niederlage"

SVWW-Sportdirektor Christian Hock war sauer nach der Entscheidung des Schiedsrichters.
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Christian Hock muss aktuell emotional belastbar sein. Sehr belastbar. Beim Sportdirektor des SV Wehen war "die Enttäuschung über die dumme und vermeidbare Niederlage riesengroß". Während Hock nach der 2:3-Pleite gegen Kellerkonkurrent Dresden am Samstagnachmittag vor sich hin frustete, trösteten die Wiesbadener Profis Abwehrspieler Dominik Franke. Der saß nach seinem Eigentor zum 0:1 und dem Fehler vor dem Dresdner Siegtor völlig aufgelöst in der Kabine und machte sich lauthals Vorwürfe.

Am Samstagabend folgte Gefühls-Stufe zwei. Die Leere. "Da sitzt Du dann zuhause auf dem Sofa, schaust Bundesliga im Fernseher, merkst aber irgendwann, dass Du mit den Gedanken ganz woanders bist", sagte Hock im Gespräch mit dem hr-sport. Der Montag taugt als Wochenanfang dann für Phase drei. Der Blick geht nach vorne. "Ab heute sind wir wieder im absoluten Kampfmodus, fokussiert auf die letzten vier Saison-Spiele. Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Weil wir eine absolut tolle Truppe haben, die zusammenhält."

Zusammenhalt oder Auflösungserscheinungen?

Aber - ist der Zusammenhalt tatsächlich so groß oder zeigt das Team im Abstiegskampf erste Auflösungserscheinungen? Die Bild etwa berichtete, dass Trainer Rüdiger Rehm seine Spieler nach der Pleite gegen Dresden auf dem Platz zum obligatorischen Mannschaftskreis zusammenholen wollte, die Spieler aber schon Richtung Kabine entschwanden.

Bricht die Mannschaft auseinander? "Nein", sagt Christian Hock. Trainer Rehm habe nach dem Dresden-Spiel zunächst zwar tatsächlich einen Spielerkreis auf dem Feld machen wollen, sich dann aber entschieden, das ganze in die Kabine zu verlegen. "Auch weil Spieler von uns zur Dopingprobe mussten und wir ungestört sein wollten. Unser Zusammenhalt im Team macht mir eher großen Mut, dass wir das Minimalziel Relegationsplatz doch noch erreichen können."

Rüdiger Rehm steht nicht in Frage

Bei all dem Frust über die Niederlage im Abstiegskampf sitzt Rehm zudem fest auf seinem Trainerstuhl. Überlegungen, so kurz vor dem Saison-Ende im Abstiegskampf die Reißleine zu ziehen, gibt es beim SVWW nicht. Doch bei zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und fünf Punkten auf einen Nicht-Abstiegsrang muss der SVWW jetzt dringend Spiele gewinnen. Und - auf Tabellenschlusslicht Dresden hat der SVWW gerade einmal einen Punkt Vorsprung und Dynamo hat noch zwei Nachholspiele.

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Das Restprogramm des SVWW

Kiel (A), Nürnberg (H), Darmstadt (A) und St. Pauli (H).

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"Wir waren in keinem der Spiele nach dem Saison-Restart der Liga komplett unterlegen. Wir waren auf Augenhöhe". Auch das macht Hock Mut. Doch zwei grundlegende Dinge im Fußball gingen vor allem gegen Dresden schief und sollen nun in den verbliebenen Spielen klappen. "Wir müssen die individuellen Fehler bei den Gegentoren abstellen und in der Offensive die Konsequenz zeigen, unbedingt das Tor machen zu wollen". Gegen Dresden versäumte es Rehms Mannschaft, eine ihrer vielen Torchancen zu nutzen, um die zwischenzeitliche 2:1-Führung auszubauen.

"Wir brauchen dreckige Siege"

"Alle Mannschaften, die unten stehen, haben mit sich zu kämpfen", sagte Hock. Keiner im Tabellenkeller der 2. Liga sei so stabil, dass er unten locker rauskomme. Doch dann fällt dem Wiesbadener Sportdirektor doch ein Team ein, dass zum Vorbild dienen könnte: der SV Sandhausen. "Die gewinnen gegen uns ein Spiel, das ein echtes Drecksspiel war, und gewinnen danach noch zwei Begegnungen und sind auf einmal im Abstiegskampf aus allem raus."

So soll es jetzt auch beim SVWW laufen. "Das müssen wir uns für die letzten vier Spiele zu Herzen nehmen, was möglich ist, wenn Du mal so einen dreckigen Sieg landest und dann in einen Lauf reinkommst." Denn Christian Hock würde seine Gefühls-Repertoire in den kommenden Wochen sehr gerne noch mehr erweitern. Neben Frust, Leere und Kampfeswillen würde der 50-Jährigen gerne mal wieder ausgelassen jubeln. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge.