Stefan Aigner Fürth

Der SV Wehen Wiesbaden ist bei der SpVgg Greuther Fürth lange Zeit die bessere Mannschaft. Und fährt am Ende doch ohne Punkt nach Hause. Immerhin legt Neuzugang Stefan Aigner ein gutes Debüt hin.

Es ist eine alte Fußballweisheit, dass die Dinge gegen jenen laufen, der sowieso schon unten drin steht. Eine Erfahrung, die der SV Wehen Wiesbaden bei der bitteren 1:2-Pleite in Fürth am Freitagabend schmerzhaft erleben musste.

Denn die Hessen waren bei den biederen Franken lange Zeit die bessere Mannschaft. Spielerisch war die Partie zwar nicht immer mit der feinen Klinge geführt, dennoch war nach dem 0:5-Debakel gegen Regensburg eine deutliche Verbesserung bei den Hessen auszumachen. Defensiv durch die Dreierkette, die gegen den Ball zu einer Fünferkette wurde und der in der bisherigen Saison arg löchrigen Defensive die bitter nötige Stabilität verlieh. Offensiv durch Neuzugang Stefan Aigner.

Aigner wie zu Bundesligazeiten

Der Ex-Eintrachtler, vor nicht einmal zwei Wochen präsentiert, beackerte seine rechte Seite wie zu besten Frankfurter Bundesligazeiten und hatte bei sämtlichen Torchancen der Hessen seine Füße im Spiel. Manuel Scheffler verpasste (7.) allerdings nach Aigner-Vorlage, Benedikt Röcker stand im Abseits (21.). Die Fürther hatten den Bemühungen der Hessen wenig bis gar nichts entgegenzusetzen, einzig Julian Greens kläglich vergebene Großchance (40.) und vor allem der von Röcker auf der Linie geklärte Schuss von Branimir Hrgota (45.) sorgten für Gefahr. Dennoch konnten die Hausherren froh sein, mit einem torlosen Unentschieden in die Pause zu gehen.

Eine Freude, die nicht lange anhielt. Ganze zwölf Sekunden waren in der zweiten Hälfte gespielt, als Aigner eine Flanke in den Strafraum schlug, die Schäffler sehenswert annahm und humorlos ins kurze Eck setzte (46.). Der SVWW war in der Folge näher am 2:0 als die Fürther dem Ausgleich. Dann aber fiel wie aus dem Nichts der Treffer für die Spielvereinigung durch den eingewechselten Daniel Keita Ruel, der nach einem Querpass nur noch einschieben musste (81.).

Eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt

Kurz vor Schluss dann der Schock: Nach einem 08/15-Zweikampf zwischen Moritz Kuhn und David Raum pfiff der insgesamt kleinlich wirkende Schiedsrichter Benedikt Kempkes Elfmeter für Fürth. Eine zweifelhafte Entscheidung, in deren Folge SVWW-Trainer Rehm Gelb sah und Green zu einem Fürther Sieg traf, von dem niemand im Stadion so recht wusste, wie er zustande kommen konnte. Die Hessen bleiben somit auf dem letzten Platz, zeigten allerdings eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt. Auch wenn das heute niemanden in Wiesbaden trösten wird.

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Greuther Fürth - SV Wehen Wiesbaden 2:1 (0:0)

Fürth: Burchert - Sauer, Caligiuri, Mavraj, Wittek (71.Raum) - Sarpei - Seguin - Green - Hrgota, Nielsen (71.Mohr), Stefaniak (56.Keita-Ruel)  
Wiesbaden: Watkowiak - Franke, Röcker, Medic - Kuhn, Mrowca, Titsch Rivero (68.Gül), Dittgen - Aigner, Schäffler, Kyereh
                                
Tore: 0:1 Schäffler (46.), 1:1 Keita-Ruel (81.), 2:1 Green (90.+1)                                      
Gelbe Karten: Mohr, Seguin, Mavraj, Burchert/Franke  
Sonstiges: Gelbe Karte für Trainer Rüdiger Rehm (90.+1)

Schiedsrichter: Kempkes (Thür)        
Zuschauer: 8.000                     

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