Der SV Wehen Wiesbaden hat das Kellerduell gegen Dynamo Dresden am Samstag verloren. Dabei waren die Landeshauptstädter das bessere Team, gingen aber allzu fahrlässig mit den Torchancen um. Das rächte sich - zwei Minuten vor Schluss.

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Wiesbaden PK nach Dresden
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Der SV Wehen Wiesbaden hat im Kampf um den Klassenerhalt einen Rückschlag hinnehmen müssen. Im Kellerduell gegen Dynamo Dresden kassierte das Team von Trainer Rüdiger Rehm eine späte 2:3-Niederlage (2:2). Dominik Franke besorgte die frühe Dresdner Führung mit einem Eigentor (9. Minute). Daniel-Kofi Kyereh (24.) und Moritz Kuhn (25.) drehten die Partie.

Bis kurz vor der Pause spielte nur der SVWW, es traf aber Dynamo: Patrick Schmidt erzielte das 2:2 (44.). Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Gastgeber Möglichkeiten, den Siegtreffer aber erzielte Simon Makienok in der 88. Minute. Damit rangiert der SVWW weiter auf Tabellenrang 17 - allerdings nur noch mit einem Zähler Vorsprung auf Schlusslicht Dynamo. "Es tut weh so ein Spiel zu verlieren, dass wir niemals verlieren dürfen", sagte SVWW-Coach Rehm nach der Partie. "Aber wir werden alles dafür tun, dass wir am letzten Spieltag ein Finale haben."

Erster Dämpfer Eigentor

Die Partie hatte für den SVWW schon alles andere als gut begonnen. Denn trotz der besseren Ausgangslage im Tabellenkeller verschlief das Team von Trainer Rehm die Anfangsphase komplett. Und so waren es dann auch die Gäste, die nach nur neun Minuten im gegnerischen Strafraum auftauchten. Godsway Donyoh brachte den Ball von der linken Außenbahn hinein, dort lenkte Franke das Leder unglücklich ab und ins eigene Tor. Die Führung für Dresden (9.).

Der SVWW zeigte sich vom bitteren Eigentor wenig beeindruckt und fand nun besser in die Partie. Dynamo stand tief in der eigenen Hälfte, Rehm hatte seine Mannschaft deutlich offensiver ausgerichtet. Und so setzte der SVWW die Sachsen unter Druck und zwang sie zu Fehlern. Kevin Ehlers etwa, der sich an einem Übersteiger versuchte, allerdings vergeblich. Manuel Schäffler schnappte sich den Ball und bediente Kyereh, der zum 1:1 einschob (24.).

Eine Minute, zwei Tore

Das allerdings sollte nicht das letzte Geschenk gewesen sein, das die Dresdner im ersten Durchgang verteilten. Nur eine (!) Minute später leistete sich Keeper Kevin Broll einen Schnitzer. Er faustete den Ball nach vorne weg, direkt vor die Füße von Kuhn, der zum 2:1 einschob (25.). Kurios - der Verteidiger war erst wenige Augenblicke vor dem Anpfiff in die Startformation gerutscht, weil Jeremias Lorch sich beim Aufwärmen verletzt hatte.

Dynamo ging nach nicht einmal einer halben Stunde völlig die Energie aus - und der SVWW fahrlässig mit seinen Chancen um. Denn Kyereh setzte den Ball knapp am Tor vorbei (27.) und auch Marcel Titsch-Rivero überlegte in aussichtsreicher Position einen Augenblick zu lange (33.). Damit aber nicht genug: Vor dem Seitenwechsel hätte auch Sascha Mockenhaupt das Ergebnis in die Höhe schrauben können, scheiterte aber am Aluminium (41.).

Mangelnde Chancenverwertung rächt sich

Die Abteilung Offensive der Gäste aus Dresden schien völlig abgemeldet - bis zur 44. Minute. Dann nutzte Schmidt einen Abstimmungsfehler in der Defensive des SVWW und köpfte zum 2:2 ein. Bitter für die Hausherren, die nach dem frühen Rückstand die Partie bisweilen allein bestritten hatten. In der zweiten Halbzeit setzte der SVWW weiter auf Ballbesitz, die Möglichkeiten allerdings waren nicht mehr so zwingend wie noch im ersten Durchgang.

Die Partie plätscherte nun zunehmend dahin - bis zur 74. Minute. Der eingewechselte Maximilian Dittgen scheiterte aus kürzester Distanz an Dynamo-Keeper Broll, stand aber ohnehin im Abseits. In der Schlussphase fanden die Angreifer des SVWW ihren Meister in Broll. Dittgen (76.) und Kyereh (78.) konnten ihn nicht überwinden.

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dpa SVWW Dynamo
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Makienok machts eiskalt

Zwar hatte auch Schäffler drei Minuten vor Schluss noch einmal die Möglichkeit, zur Führung zu treffen - aber auch hier blieb die mangelnde Chancenverwertung das Problem. Doch dann kam die 88. Minute - und Makienok. Der Däne traf zum späten 3:2 für die Gäste. In der Nachspielzeit sah Schmidt noch die Rote Karte - am Ergebnis änderte das aber nichts mehr.

Weitere Informationen

SV Wehen Wiesbaden - Dynamo Dresden 2:3 (2:2)

Wiesbaden: Lindner - Kuhn (90. Knöll), Mockenhaupt, Dams, Schwede, Franke (90. Tietz) - Chato - Aigner (85. Ajani), Titsch Rivero (68. Dittgen), Kyereh - Schäffler

Dresden: Broll - Wahlqvist, Ballas, Ehlers, Löwe - Nikolaou, Petrak - Klingenburg (64. Müller) - Schmidt, Donyo (71.Terrazzino) - Makienok

Tore: 0:1 Franke (9./ET), 1:1 Kyereh (24.), 2:1 Kuhn (26.), 2:2 Schmidt (44.), 2:3 Makienok (88.)

Gelbe Karten: Chato, Schäffler / -
Gelb-Rot: Schmidt (90.+3)

Schiedsrichter: Kempkes (Thür)

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