SVWW-Trainer Rüdiger Rehm

Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden ist mit einem Sieg und drei Unentschieden in die neue Drittliga-Saison gestartet. In der Landeshauptstadt ist man damit nicht unzufrieden, aber es gibt noch Baustellen.

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Vier Spiele, sechs Punkte, keine Niederlage: Der Saisonstart des SV Wehen Wiesbaden in der 3. Liga ist auf dem Papier völlig in Ordnung. Dennoch ist vor allem in der Offensive noch Sand im Getriebe des Absteigers.

Katastrophenstart im vergangenen Jahr

"Wir haben ein gerechtes 0:0 gesehen", sagte Trainer Rüdiger Rehm nach dem Spiel bei Türkgücü München. "Wir können damit zufrieden sein", fügte Mittelfeldspieler Gianluca Korte im vereinseigenen YouTube-Kanal hinzu. Von Enttäuschung nach dem dritten Unentschieden im vierten Spiel war nichts zu spüren.

Wenn man verstehen will, warum im Umfeld des SVWW aktuell niemand mit dem Saisonstart hadert, muss man sich nur die vergangenen beiden Jahre anschauen: 2018 holte die Mannschaft in der 3. Liga nur vier Punkte aus den ersten sechs Spielen - und stieg am Ende trotzdem noch auf. 2019 legte der katastrophale Start in die Zweitliga-Saison mit nur einem Punkt aus den ersten sieben Partien den Grundstein für den direkten Abstieg.

Defensive steht, Boss hält

In diesem Jahr ist vieles anders - und manches besser. "Ich kann wahrscheinlich besser damit leben als unsere Offensive, weil wir wieder zu null gespielt haben", brachte es Verteidiger Sascha Mockenhaupt am Samstag im Gespräch mit dem hr auf den Punkt. Denn abgesehen von den zwei späten Gegentreffern gegen Kaiserslautern, als man leichtfertig zwei Punkte verschenkte, steht die Defensive, die in der vergangenen Saison das große Sorgenkind war, sicher. Daran hat auch der neue Torhüter Tim Boss mit starken Paraden seinen Anteil.

Der Offensiv-Motor stockt dagegen noch. Nach den Abgängen von Top-Torjäger Manuel Schäffler, Daniel-Kofi Kyereh und Maximilian Dittgen sowie dem Ausfall von Stefan Aigner muss sich die neue Abteilung Attacke noch finden. Phillip Tietz, als Schäffler-Nachfolger gehandelt, bleibt mit nur einem Treffer - per Elfmeter gegen Kaiserslautern - noch hinter den Erwartungen zurück.

Offensives System greift noch nicht

"Uns hat die Effektivität in der Box gefehlt", analysierte Rehm nach dem Spiel in München. Obwohl der Trainer inzwischen wieder auf das deutlich offensivere System mit Viererkette setzt, sind dem SVWW in 360 Spielminuten erst vier Treffer gelungen.

Und doch überwiegt in Wiesbaden die Zufriedenheit. "Wir sind froh, dass wir noch kein Spiel verloren haben. Das wollen wir so lange wie möglich beibehalten", so Korte vor dem Spiel gegen seinen Ex-Verein Waldhof Mannheim, der sich am kommenden Samstag (14 Uhr) in der hessischen Landeshauptstadt vorstellt. "Wir müssen nur gucken, dass wir noch ein oder zwei Tore mehr machen, sind aber generell zufrieden mit dem Saisonstart."