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Der Frust beim SV Wehen Wiesbaden ist groß. Der Grund: gleich mehrere strittige Schiedsrichterentscheidungen in den vergangenen Wochen. Sportdirektor Christian Hock fordert ein Umdenken und hofft auf ein Ende der unglücklichen Situationen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW-Sportdirektor Hock: "Schneller reagieren und eine Entscheidung treffen"

Christian Hock
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Der SV Wehen Wiesbaden dürfte sich in den vergangenen Wochen in der 2. Bundesliga gefühlt haben, wie einst Bill Murray im Filmklassiker "Täglich grüßt das Murmeltier". Wenngleich die Zeitschleife für den SVWW nicht täglich, sondern wöchentlich zum jeweiligen Pflichtspiel von Neuem beginnt. In der Hauptrolle: die Schiedsrichter. "Es ist schon so, dass es im Moment viele Aktionen gibt, die nicht glücklich für uns ausgehen", betonte Sportdirektor Christian Hock im Gespräch mit dem hr-sport.

"Es gab schon in Fürth eine fragwürdige Entscheidung, die zum Elfmeter kurz vor Schluss geführt hat. Da haben wir das Spiel verloren." Es folgten: Eine umstrittene Rote Karte gegen Stefan Aigner im Spiel gegen den Hamburger SV und die Partie in Dresden, wo dem SVWW ein Treffer aberkannt worden war, weil der Ball zuvor im Aus gewesen sein soll - und das geraume Zeit vor dem Torschuss.

"Nicht mehr schön, was da passiert"

Am vergangenen Wochenende schließlich die Niederlage gegen Holstein Kiel – und aus Sicht des Tabellenletzten erneut Frust über die Unparteiischen. Auf den vermeintlich klaren Elfmeterpfiff in der Anfangsphase folgten zähe Minuten des Wartens, in denen die Szene noch einmal überprüft wurde – zum Unverständnis von Stürmer Manuel Schäffler: "Ich finde es nicht mehr schön, was da passiert", sagte er – sichtlich angefressen – nach der Partie. "Ich stehe gefühlt fünf Minuten am Elfmeterpunkt und die Schiedsrichter wissen nicht, ob sie ihn geben sollen oder nicht."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Manuel Schäffler: "Das geht mir auf den Sack"

SVWW-Stürmer Manuel Schäffler nach dem Spiel gegen Kiel
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Gegeben haben sie ihn, den Elfmeter, und Schäffler hat ihn souverän verwandelt. Der Ärger aber war mit dem Treffer nicht verflogen. "Der Einzige, der in dieser Situation etwas zu verlieren hat, ist unser Schütze. Er muss die Konzentration drei, vier Minuten hochhalten. Dass ein Vorteil zu einem Nachteil wird, ist nicht Sinn und Zweck des Elfmeterpfiffes", betonte Hock. "Da muss man viel schneller reagieren und eine Entscheidung treffen."

"Nervt uns alle"

Denn nach einer knappen halben Stunde folgte der nächste Aufreger – Jakov Medic hatte den Ball aus kürzester Distanz an die Hand bekommen, wieder Sichtung der Bilder, wieder Elfmeter. Doch damit nicht genug. Auch beim 2:4-Anschlusstreffer von Daniel-Kofi Kyereh kam der Videobeweis erneut zum Einsatz. Schiedsrichter Thorben Siewer erkannte den Treffer zunächst ab – wegen vermeintlichen Handspiels, gab das Tor nach Studie der Bilder schließlich doch noch.

Das Ergebnis: Sieben Minuten Nachspielzeit in der ersten Halbzeit und genervte Akteure nach Abpfiff.  "Wenn man die Hand nicht ausstreckt und aktiv versucht, eine Chance zu verhindern, dann darf man es nicht pfeifen. Wir brauchen hier eine gescheite Regelung. So stört es mehr als alles andere und nervt uns alle", sagte Coach Rehm.

Hock fordert Neuregelung

Stürmer Schäffler ging sogar noch weiter: "Die sollen die Tatsachenentscheidung wieder einführen." So würden die Diskussionen zwei Tage und nicht wie aktuell zwei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. "Das geht mir auf den Sack, wenn ich ehrlich bin."

So drastisch wollte es Sportdirektor Hock am Montag nicht ausdrücken, doch auch er sieht beim Video-Schiedsrichter Nachbesserungsbedarf. "Die Neuerung des VARs ist nicht auf die Regeln angepasst worden. Da muss eine Regulation her. Man muss darüber nachdenken, wie man solche Fälle, wie sie bei uns in der ersten Halbzeit vorkamen, abstellen kann."

Keine Ausrede

Als Ausrede für die mitunter schwachen Leistungen des Teams will Hock die aktuelle Diskussion allerdings nicht verstanden wissen. "Die Entscheidungen dürfen sich nicht in der Leistung der Mannschaft widerspiegeln und es darf auch nicht sein, dass sie sich aus der Ruhe bringen lässt und den Spielfluss verliert." Das sei etwa gegen Dresden oder zuhause gegen Kiel geschehen. Zumindest aus dieser Zeitschleife will der SVWW künftig raus, damit es nicht wieder heißt: "Wöchentlich grüßt das Murmeltier".