Ist das bitter: Der SV Wehen Wiesbaden geht auch gegen Arminia Bielefeld in Führung, am Ende aber mit leeren Händen vom Platz. In einer rasanten Zweitliga-Partie ist ein Doppelpack von Manuel Schäffler zu wenig.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW beim 2:5 gegen Bielefeld ohne Chance

Bielefelder Spieler jubeln, Wiesbadener Spieler sind frustriert
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Der SV Wehen Wiesbaden muss in der zweiten Fußball-Bundesliga weiter auf seinen ersten Saisonsieg warten. Die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm verlor am Samstag ihr Heimspiel gegen Arminia Bielefeld mit 2:5 (1:3) und hat damit nach sieben Spielen sechs Niederlagen auf dem Konto. Für Rehm war es der 17. erfolglose Anlauf auf ein Erfolgserlebnis als Zweitliga-Trainer.

"Das ist natürlich extrem bitter", sagte Neuzugang Stefan Aigner nach der Partie. "Irgendwann wird es Zeit, dass wir mal Punkte holen. Aber wir haben den Gegner zu den Gegentoren eingeladen, in der zweiten Liga wird das natürlich genutzt."

Manuel Schäffler hatte den SVWW früh in Führung gebracht (vierte Spielminute), der knappe Vorsprung hielt aber nur eine gute Viertelstunde: Dann besorgte Cebio Soukou den Ausgleich für die Gäste (20.). Noch vor der Pause drehten die Ostwestfalen durch den Treffer von Fabian Klos den Spielstand (34.).

Arminia gnadenlos effizient

Arminia, im Angriff und vor dem SVWW-Tor gnadenlos effizient, hatte nun die beste Phase. Jóan Edmundsson kurz vor der Pause (43.) sowie Andreas Voglsammer kurz danach (52.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Schäffler konnte vier Minuten später nur noch verkürzen, Klos markierte mit Beginn der Schlussphase den 5:2-Endstand (74.). Benedikt Röcker sah nach einer Notbremse die Rote Karte und musste selbst verletzt vom Platz getragen werden, Voglsammers anschließenden Foulelfmeter parierte Lukas Watkowiak (79.).

Das große Problem des SV Wehen Wiesbaden: Nach dem über die Stationen Daniel-Kofi Kyereh sowie Stefan Aigner schön und schnell herausgespielten Führungstor kam – wie schon so oft in dieser Saison – ein Bruch ins Spiel der Landeshauptstädter. Bezeichnend die Szene, die zum 1:3 aus Sicht der Hessen führte: Nach einem eigenen Eckball (!) prallten Max Dittgen und Dominik Franke unweit der Mittellinie zusammen, und der Weg für den Bielefelder Konter war frei.

Lücken in der Abwehrkette

Nach dem Seitenwechsel offenbarten sich dann weitere spielerische Defizite aufseiten des Aufsteigers. Dem 2:4 durch Schäffler zum Trotz blieb insbesondere die Defensivleistung weiterhin zweitligauntauglich, Lücken in der Fünferkette des SVWW nutzten die eiskalt agierenden Gäste immer wieder zu gefährlichen Vorstößen.

Auf der Bank der Wehen Wiesbadener sorgte der erneute Rückschlag für gehörigen Unmut. Sportdirektor Christian Hock sah, nachdem er sich vermutlich über eine Schiedsrichterentscheidung lautstark und energisch beschwert hatte, die Gelbe Karte (53.). Sieben Spiele, kein Sieg, nur ein Punkt, dafür aber jede Menge Frust: Beim Tabellenletzten liegen die Nerven Mitte September offensichtlich blank.

Weitere Informationen

SV Wehen Wiesbaden - Arminia Bielefeld 2:5 (1:3)

Wiesbaden: Watkowiak - Medic, Röcker, Franke (80. Niemeyer), Kuhn, Dittgen - Mrowca, Titsch Rivero (80. Mockenhaupt), Aigner, Kyereh (80. Gül) - Schäffler   

Bielefeld: Ortega - Clauss (72. Schütz), Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl, Edmundsson (87. Staude), Hartel - Soukou (62. Brunner), Klos, Voglsammer        

Tore: 1:0 Schäffler (4.), 1:1 Soukou (20.), 1:2 Klos (34.), 1:3 Edmundsson (43.), 1:4 Voglsammer (52.), 2:4 Schäffler (56.), 2:5 Klos (74.)

Gelbe Karten: Aigner, Schäffler / -
Bes.Vork.: Watkowiak hält FE gegen Voglsammer (79.)                    

Rot: Röcker (79.)                   
Schiedsrichter: Alt (Illingen)

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