Schäffler bejubelt seinen Treffer gegen Stuttgart

Der Letzte gewinnt beim Ersten: Dank Torjäger Schäffler und Gomez-Schreck Lindner gelingt dem SV Wehen Wiesbaden die große Überraschung beim VfB Stuttgart. Joker Kyereh fliegt nach nur sieben Minuten vom Platz.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW schafft die Sensation

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Der SV Wehen Wiesbaden ist endgültig in der Saison angekommen. Nach dem Premieren-Erfolg in der Vorwoche gegen Osnabrück legte die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm am Freitag nach und gewann völlig überraschend mit 2:1 (2:1) beim bis dato ungeschlagenen Tabellenführer VfB Stuttgart. Manuel Schäffler brachte den SVWW mit einem Doppelpack (3./18.) zweimal in Führung, Hamadi Al Ghaddioui gelang der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (11.). Durch den Sensationserfolg springen die Wiesbadener zumindest bis Sonntag vorbei am VfL Bochum auf Platz 17 der 2. Bundesliga.

"Wir haben in den letzten Wochen richtig auf die Fresse gekriegt, das hat uns zusammengeschweißt", sagte SVWW-Coach Rehm nach Abpfif. "Wir haben uns heute das Glück erarbeitet. Was wir defensiv geleistet haben, war phänomenal."

Schäffler mit Blitzstart

Die 49.627 Zuschauer hatten gerade Platz genommen, als zumindest der kleine hessische Teil von ihnen wieder aufsprang: Nach gerade einmal drei Minuten flankte Rechtsverteidiger Moritz Kuhn auf Torjäger Schäffler, der eiskalt abschloss und den SVWW mit seinem siebten Saisontor wieder einmal früh in Führung brachte. Ein Schock für den VfB und der Auftakt in eine wilde Anfangsphase: Nur acht Minuten später glich Al Ghaddioui aus, ehe wiederum sieben Minuten später erneut Schäffler zur Stelle war und einen Abspielfehler der VfB-Defensive zur neuerlichen Führung der Hessen ausnutzte. Drei Tore in 18 Minuten, so konnte es doch weitergehen.

Ging es jedoch erst einmal nicht. Die Wiesbadener, bei denen Neuzugang Heinz Lindner nur zwei Tage nach seiner Verpflichtung sein Debüt zwischen den Pfosten feierte, nahmen etwas das Tempo raus und sparten Kräfte. Den Stuttgartern, bei denen Spielmacher Daniel Didavi früh ausgewechselt werden musste, fiel nach vorne nicht allzu viel ein. Der Rest der Halbzeit blieb folgerichtig torlos.

Lindner mit Privatduell gegen Gomez

Nach Wiederanpfiff änderte sich das Bild dann: Die stark formverbesserten Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt, die im ersten Durchgang noch munter mitgespielt hatten, zogen sich immer weiter zurück und beschränkten sich fast ausschließlich auf Abwehrarbeit. Konter und Entlastung gab es fast gar nicht mehr, der VfB belagerte den SVWW-Strafraum in Handball-Manier. Trotz dieser Überlegenheit blieben dicke Chancen bis auf einen Pfostenschuss von Philipp Förster (49.) und einen Kopfball von Mario Gomez, den Neuzugang Lindner bärenstark mit dem Fuß von der Linie kratzte (55.), erst einmal aus.

Der Druck des VfB wuchs von Minute zu Minute, die größte Gelegenheit bot sich dann aber dem SVWW. Nach dem einzigen nennenswerten Konter stand Maximilian Dittgen plötzlich in aussichtsreicher Position vor Stuttgarts Keeper Gregor Kobel, sein Schuss flog jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (72.).

Kyereh kommt und fliegt

Was folgte war ein denkwürdiger Auftritt von Daniel-Kofi Kyereh, der nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung aufgrund eines zu harten Einsteigens an der Mittellinie mit Rot vom Platz flog und seinem Team damit einen echten Bärendienst erwies (77). Der SVWW verschanzte sich fortan mit zehn Mann vor dem eigenen Tor und sah sich Angriff um Angriff gegenüber. Eine der besten Möglichkeiten bot sich erneut Ex-Nationalspieler Gomez, der völlig freistehend abzog und erneut an Lindner scheiterte (84.). Nach weiteren knapp zehn Minuten voller Zittern, Grätschen, drei weiteren Aluminiumtreffern und zahlreichen Befreiungsschlägen war die Sensation dann perfekt.

Weitere Informationen

VfB Stuttgart - SV Wehen Wiesbaden 1:2 (1:2)

Stuttgart: Kobel - Stenzel, Kempf, Phillips (71.Massimo), Sosa (60.Wamangituka) - Karazor, Förster, Ascacibar, Didavi (9.Mangala) - Al Ghaddioui, Gomez                                 
Wiesbaden: Lindner - Mockenhaupt, Dams, Medic - Kuhn,Niemeyer, Lorch (46.Chato), Titsch Rivero, Aigner (70.Kyereh), Dittgen (84.Schwede)u - Schäffler       

Tore: 0:1 Schäffler (3.), 1:1 Al Ghaddioui (11.), 1:2 Schäffler (18.)  
Gelbe Karten: -/ Lorch, Aigner, Titsch Rivero
Rot: Kyereh (77.) 

Schiedsrichter: Pfeifer (Hameln)      
Zuschauer: 49.627   

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Sendung: hr-info, 4.10.19, 21 Uhr