Röcker jubelt

It's the final countdown: Durch den Sieg in Kiel verspürt der SV Wehen Wiesbaden im Zweitliga-Abstiegskampf plötzlich wieder Aufwind. Gegen Nürnberg kommt es am Dienstag zum ersten von nun drei Endspielen. Vielleicht werden es aber auch zwei mehr.

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Wiesbaden PK nach Kiel
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Im leeren Holstein-Stadion in Kiel brüllten Spieler und das Trainerteam um Rüdiger Rehm ihre Freude unüberhörbar hinaus. Mit dem 2:1 (1:1)-Sieg bei den Störchen hat der SV Wehen Wiesbaden im Abstiegskampf der zweiten Fußball-Bundesliga ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben – und das nach zuvor vier Niederlagen in Folge.

"Wir sind unglaublich glücklich über den Sieg. Entscheidend war für mich unsere Reaktion nach dem 0:1", sagte Torjäger Manuel Schäffler nach dem eminent wichtigen Erfolgserlebnis des Aufsteigers am Samstag. "Wir haben nicht aufgegeben und den Kopf oben behalten. Das ist nicht selbstverständlich."

Schäffler mit der Hacke: SVWW dreht in Kiel das Spiel

Nach dem Rückstand durch das Tor von Kiels Kapitän Hauke Wahl hatte sich der SVWW nicht aufgegeben und das Spielgeschehen fortan weiter offen gestaltet. Jeremias Lorch und Stefan Aigner nach starker Vorarbeit Schäfflers per Hacke drehten die Partie zugunsten der Gäste, die die Schlussphase nach der Gelb-Roten Karte wegen wiederholten Foulspiels für Paterson Chato dezimiert bestreiten und mächtig zittern mussten.

"Das war kein überzeugendes Spiel von uns, aber schlussendlich zählt das Ergebnis. Wir wussten, wie schwer die Aufgabe hier ist, wir haben sie bewältigt und jetzt geht es an die nächste", sagte Schäffler. Und sein Trainer Rehm ergänzte: "Wenn du in unserer Situation in Rückstand gerätst, kann es passieren, dass du auseinanderbrichst. Aber das sind wir nicht, wir sind ruhig geblieben. Es war sicherlich kein Gaumenschmaus. Aber es war ehrliche, harte Arbeit – und deswegen haben wir uns die Punkte verdient."

Punkte, die sich im weiteren Verlauf dieses packenden Abstiegskampfes zum Ende der Zweitliga-Saison noch als richtig wertvoll erweisen könnten. Nach dem Sieg des Mitkonkurrenten Karlsruher SC gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (2:1) rutschte der SVWW zwar wieder auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. Mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg könnten die Landeshauptstädter am Dienstag (18.30 Uhr) allerdings an den Franken vorbeiziehen.

Heißt im Klartext: Wehen Wiesbaden kann die Punktrunde aus eigener Kraft zumindest auf Relegationsrang 16 beenden. Im finalen Schlagabtausch um Ab- oder Aufstieg am 7. und 11. Juli würde nach aktuellem Stand Drittligist Eintracht Braunschweig warten. Ob das Rehm-Team aber überhaupt in die Relegation muss – oder vielleicht sogar vorher den Klassenerhalt klar macht – entscheidet sich in den verbliebenen Zweitliga-Partien gegen den hessischen Rivalen Darmstadt 98 (21. Juni) sowie den FC St. Pauli (28. Juni).

"Können eine Menge erreichen"

Die Hanseaten haben sich am Sonntag durch ein 2:1 gegen Erzgebirge Aue ordentlich Luft im Tabellenkeller verschaffen können. Schlusslicht Dynamo Dresden hat bei nur drei Zählern Rückstand auf den SVWW zwar noch ein Nachholspiel offen, weist aber auch die deutlich schlechtere Tordifferenz vor.

"Wir wissen, dass wir alles reinhauen müssen, um Spiele gewinnen zu können und haben uns das für die letzten Partien auf die Fahne geschrieben", versprach Schäffler. "Wir wollen Vollgas geben und am Ende schauen, wo wir stehen. Es kommen jetzt zwei Wochen, in denen wir eine Menge erreichen können."