Markus Kauczinski bei seinem ersten SVWW-Training

Als neuer Trainer des SV Wehen Wiesbaden ist Markus Kauczinski direkt gefordert. Viel Zeit, der Mannschaft seine Ideen zu vermitteln, hat er zunächst nicht. Es warten eine vermeintliche Pflichtaufgabe im Landespokal - und ein Kracher in der Liga.

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Markus Kaczinski
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Es wird nicht gleich die große Bühne sein. Markus Kauczinski, neuer Trainer des SV Wehen Wiesbaden, muss mit seiner Mannschaft erstmal zu einem Fünftligisten. Bei Türk Gücü Friedberg treten die Landeshauptstädter am Mittwoch zum Hessenpokal-Achtelfinale an. Anpfiff auf der Sportanlage Burgfeld: 19.30 Uhr. Für Kauczinski, vor allem aber für den SVWW, beginnt dann ein neues Kapitel.

Bereits während seiner Vorstellung am Montag hat der Coach unmissverständlich klargemacht: Im Spiel des Tabellensiebten aus der Dritten Liga soll sich demnächst einiges verändern. "Gerade in den letzten zwei Wochen hat man gesehen, dass es eine Mannschaft mit viel Herz ist", sagte Kauczinski am hr-Mikro.

Kauczinski erwartet "viel Arbeit" beim SVWW

"Aber es ist eben auch eine Mannschaft, die in der Entwicklung ist und noch Schritte gehen muss, die stabiler werden muss, wenn man sich die Gegentore anschaut - die fallen viel zu leicht." Auch im fußballerischen Bereich sehe der 51-Jährige noch Potenzial. "Es ist eine Mannschaft, mit der man etwas erreichen kann - mit der man aber viel arbeiten muss."

Als Trainer steht Kauczinski, der unter anderem die Stationen Dresden, St. Pauli, Ingolstadt und Karlsruhe in seiner Vita stehen hat, für Ballbesitzfußball, gutes Gegenpressing und Dominanz. Den Hebel will er zunächst aber an anderen Stellen ansetzen. Stichwort: Stabilisation.

60 Bewerber wollten SVWW-Trainer werden

"Wie kann man Gegentore verhindern, gleichzeitig aber weiter gefährlich im Spiel nach vorne bleiben?", formulierte der neue Übungsleiter eine Aufgabe, der sich Kapitän Sascha Mockenhaupt und Co. ab jetzt in den Trainingseinheiten stellen müssen. Darüber hinaus wolle Kauczinski trotz alledem "einen Spielstil entwickeln, in dem sich die Spieler wiederfinden, wo die Spieler ihre Stärken haben. Ich glaube, bei Ballbesitz kann man noch deutlich stärker werden."

Vom sportlichen Zustand des SVWW hat sich Kauczinski, der sich nach Auskunft des Sportlichen Leiters Paul Fernie gegen 60 andere Bewerber auf den Trainerposten durchgesetzt hat, bereits Mitte September ein Bild gemacht. Ausgerechnet die 0:1-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund II am neunten Spieltag hatte sich der gebürtige Gelsenkirchener in der Wiesbadener Arena angeschaut.

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Paul Fernie
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Seitdem gab es beim früheren Zweitligisten deutliche Siege wie der in Würzburg (4:0), Spektakel-Niederlagen wie die gegen Meppen (3:4) - aber eben auch die überraschende Entlassung von Ex-Coach Rüdiger Rehm. "Wir fangen hier ja nicht von vorne an, die Mannschaft wurde intakt übergeben", schickte Kauczinski einen Gruß an seinen Vorgänger. "Da wurde gute Arbeit geleistet."

Erst bei der Frage nach dem Zeitplan, in dem er seine Ziele erreichen möchte, muss der 51-Jährige laut lachen. "Im Fußball ist die Zeit immer knapp", sagte Kauczinski. Immerhin: Nach dem Auftritt im Hessenpokal, über den sich Wehen Wiesbaden für den DFB-Pokal qualifizieren kann und sicherlich auch will, haben Trainer und Spieler rund eineinhalb Wochen bis zum nächsten Pflichtspiel. Am 16. Spieltag (20. November, 14 Uhr) steht der Drittliga-Kracher beim 1. FC Kaiserslautern an. Die Bühne wird dann also doch schlagartig größer.

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