Stefan Aigner

Mit dem SV Wehen Wiesbaden steckt Stefan Aigner im Abstiegskampf. Eine Drucksituation, die der Ex-Frankfurter kennt. Und über die er im hr-heimspiel! sehr persönlich und offen sprach.

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zum Video Aigner im heimspiel!: "Da sieht man, was Druck ausmacht"

Aigner heimspiel still
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Nein, schweißgebadet wacht Stefan Aigner nicht mehr auf. Die Saison ist noch jung, die Wertung der 0:1-Niederlage des SVWW gegen Dynamo Dresden nach dem Einspruch der Hessen noch auf der Kippe, und die Formkurve des Tabellenletzten aus Wiesbaden zeigt prinzipiell eher nach oben. Und dennoch: Schön ist es für keinen Fußballer, im Abstiegskampf zu stecken.

Wie sehr einem Sportler eine so existenzielle Erfahrung an die Nieren gehen kann, schilderte Aigner nun im hr-heimspiel! am Montag: "Natürlich ist es ein großer Druck", so der 32-Jährige, der mit Eintracht Frankfurt 2016 in die Relegation, mit seinem Heimatverein 1860 München 2017 sogar den Gang in die Drittklassigkeit antreten musste. Besonders der Abstieg mit den Löwen habe ihn extrem mitgenommen, so Aigner. "Ich habe es damals gemerkt, als ich jede Nacht – ich bin dann auch zum Doktor – aufgewacht bin und ein pitschnasses T-Shirt hatte. Da habe ich mich schon gefragt, ob irgendetwas nicht stimmt."

"Da fängt das Grübeln an"

Erst als die Phase konstanter Abstiegsangst vorüber gewesen sei, habe sich sein Empfinden wieder gebessert. "Da sieht man auch, was Druck ausmacht. Ich glaube, das Unterbewusstsein arbeitet dann doch viel. Da fängt das Grübeln an: Was passiert, wenn man absteigt? Es gab natürlich viel Druck von außen - auch medial. Das ist nicht zu unterschätzen."

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heimspiel! online und in der Mediathek

Das neue heimspiel! gibt es jetzt am Montagabend immer schon ab 21.30 Uhr in der Mediathek und auf hessenschau.de. Im hr-fernsehen wird die Sendung ab 23.15 Uhr ausgestrahlt.

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Die Situation beim SVWW sei mit jener in München allerdings nicht zu vergleichen. "Mit 1860 wollten wir um den Aufstieg mitspielen und sind abgestiegen." Bei den Hessen herrschen als Aufsteiger andere Voraussetzungen und damit auch eine andere Erwartungshaltung. Ein Abstieg wäre zwar bitter, aber keineswegs so desaströs wie 2017 bei 1860, die damals aufgrund von Lizenzierungsproblemen sogar in die Viertklassigkeit strafversetzt wurden. "Ich bin zu Wiesbaden gewechselt und weiß, dass ich gegen den Abstieg spielen werde und nicht um den Aufstieg", so Aigner.

Die Qualität der Mannschaft reicht

Als erfahrene Kraft soll er beim Gelingen des Klassenerhalts anpacken. Dabei sind genau jene klaren Vorzeichen ein Vorteil, so Aigner. "Wir wussten von vornerein, dass die Saison eine schwierige wird, wir uns aber dagegen stemmen werden. Ich bin mir relativ sicher, dass die Qualität der Mannschaft reicht, um den Klassenerhalt zu schaffen."

Sendung: hr-heimspiel!, 11.11.2019, 23.10 Uhr