SVWW-Verteidiger Dennis Kempe liegt verletzt am Boden.

Der SV Wehen Wiesbaden hat derzeit viele Langzeitverletzte - und einen extrem kleinen Kader. Sportdirektor Christian Hock kündigt Nachbesserungen an.

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Wenn Drittligist SV Wehen Wiesbaden aktuell auf dem winterlichen Halberg zum Training zusammenkommt, sind die Reihen stark ausgedünnt. "Es ist momentan schon ein wenig dramatisch, wir haben nur 16 Feldspieler im Training", berichtete Sportdirektor Christian Hock auf einem Fantreffen am Dienstag. "Wir können mit der aktuellen Personalsituation nicht zufrieden sein."

Mit einem 25-Mann-Kader waren die Wiesbadener in die neue Saison gegangen. "Wir wollten ihn einen Tick größer machen, als er jetzt ist", verriet Trainer Rüdiger Rehm. Das gelang nicht – und wird den Verantwortlichen jetzt zum Verhängnis.

Verstärkungen im Winter geplant

Benedikt Röcker verletzte sich in der Vorbereitung und stand in dieser Saison noch gar nicht auf dem Platz, Stefan Aigner brachte es, von hartnäckigen Problemen im Bauchbereich geplagt, bislang nur auf 26 Minuten Einsatzzeit. Kapitän Sebastian Mrowca musste sich nach nur zwei Saisonspielen mit einer schweren Knieverletzung abmelden.

In den vergangenen Wochen ergänzten Johannes Wurtz, Tim Walbrecht und Dennis Kempe das Lazarett – mit dem Ergebnis, dass Trainer Rehm derzeit nur noch 19 Spieler, darunter drei Torhüter und Jungprofi Ben Bischof, zur Verfügung hat. Immerhin: Sein Sportdirektor stellt ihm Neuzugänge in Aussicht. "Wir wollen im Winter den Kader von der Qualität und der Anzahl her verstärken und damit auch auf die Langzeitverletzten reagieren", so Hock.

Gespräche mit ausgeliehenen Spielern

Mit den Spielern, die sich im Sommer dem SVWW angeschlossen haben, ist man in Wiesbaden zufrieden. "Die Sommer-Transfers sind zum größten Teil so eingeschlagen, wie wir es uns gewünscht haben", sagte Hock. Das gilt natürlich vor allem für Stürmer Maurice Malone, der bereits sechs Treffer erzielt hat – darunter drei beim Tabellenführer Saarbrücken.

Malone ist allerdings, genau wie Florian Carstens, Ahmet Gürleyen und Tim Walbrecht, nur ausgeliehen. Mit ihnen werde es wie mit allen Spielern im neuen Jahr Gespräche geben, kündigte Hock an. Aber: "Sie haben sich natürlich auch für die abgebenden Vereine wieder interessant gemacht." Im Falle des 20-jährigen Malone ist das Bundesligist FC Augsburg.

Rehm vespricht schnelleren Wiederaufstieg

Die angespannte Personalsituation sorgt auch dafür, dass sich der SVWW bislang nicht nachhaltig in der Spitzengruppe der 3. Liga festsetzen konnte. Immer wieder gibt es Rückschläge wie zuletzt beim 1:2 in Unterhaching. 19 Punkte stehen aus 13 Spielen zu Buche – okay, aber nicht überragend.

Der direkte Wiederaufstieg sei kein Muss, so Hock, "aber es ist natürlich unser Wunsch." Trainer Rehm gab beim Fantreffen ein Versprechen ab: "Letztes Mal haben wir zehn Jahre gebraucht, um wieder in die zweite Liga aufzusteigen", so seine Anspielung auf die zehn Drittliga-Jahre des Vereins von 2009 bis 2019. "Das werden wir dieses Mal schneller schaffen."