Phillip Tietz vom SV Wehen Wiesbaden im Pokalspiel gegen Heidenheim

Phillip Tietz will in der neuen Drittliga-Saison in die großen Fußstapfen seines Vorbilds Manuel Schäffler treten. SVWW-Trainer Rüdiger Rehm versucht, den Stürmer auf dem Boden zu halten.

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Manuel Schäffler adäquat ersetzen? Das klingt für Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden nahezu unmöglich - schließlich erzielte der Torjäger in drei Jahren in der hessischen Landeshauptstadt sagenhafte 63 Treffer. Phillip Tietz soll nun in Schäfflers Fußstapfen treten. Der 23-Jährige hinterließ im Pokalspiel gegen Heidenheim (1:0) jedenfalls Eindruck.

Ab sofort mit der Nummer 9

Tietz, der sich nach dem Schäffler-Abgang nach Nürnberg sofort dessen Rückennummer 9 gesichert hatte, sorgte mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumkante nach genau einer Stunde für den Siegtreffer. Nach dem Abpfiff riss er sich das Tikot vom Leib und tanzte als Mittelpunkt des Mannschafts-Jubelkreises ausgelassen.

Im Sky-Interview gab der "Man of the match" dann aber sofort den Teamplayer: "Es war scheißegal, wer das Tor gemacht hat." Und auch sein Trainer Rüdiger Rehm war direkt mahnend zur Stelle: "Er soll sich heute ein bisschen auf die Schulter klopfen und ab morgen kriegt er wieder in den Arsch getreten", sagte er mit einem Augenzwinkern. "Ich freue mich für ihn, aber er hat noch einen weiten Weg vor sich."

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"Ich mache mir selbst keinen Druck"

Was Rehm damit meint, war beispielsweise in der 7. Minute sichtbar: Tietz hatte Heidenheims Torhüter Vitus Eichner umkurvt, anschließend den Ball aber nicht richtig getroffen und das leere Tor deutlich verfehlt. Die Kaltschnäuzigkeit fehlt in manchen Situationen noch - sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass der gebürtige Braunschweiger nahezu die gesamte Hinrunde 2019 verletzt verpasst hatte und sich erst nach der Corona-Pause in einigen Einsätzen zeigen konnte.

Mit seinem Siegtor in der ersten Pokalrunde sieht sich der 23-Jährige "lange noch nicht" in der Nähe von Schäffler. "Er hat hier viel geleistet und ist in dieser Hinsicht schon mein Vorbild", so Tietz. Aber: "Ich mache mir selbst keinen Druck."

Kyereh mit mutiger Vorhersage

Druck kommt dagegen von einem alten Kollegen: Daniel-Kofi Kyereh, vor der Saison vom SVWW zum FC St. Pauli gewechselt, prophezeite in einem auf Instagram geposteten Abschiedsvideo vor einigen Wochen bereits vielsagend: "Phillip Tietz - du wirst Torschützenkönig." Spätestens dann hätten in Wiesbaden alle den Abschied von Schäffler verkraftet.