Die Spieler des SV Wehen Wiesbaden nach der Niederlage gegen Meppen

Nach dem Rauswurf von Rekordtrainer Rüdiger Rehm will der SV Wehen Wiesbaden bei Eintracht Braunschweig zurück in die Erfolgsspur. Die Probleme bleiben jedoch erst mal die alten.

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Audioseite Döring: "Wir hatten wenig Zeit zum Überlegen"

SVWW-Interimstrainer Nils Döring
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Wenn der SV Wehen Wiesbaden am Samstag (14 Uhr) zur Drittliga-Partie bei Eintracht Braunschweig antritt, wird er ein sehr ungewohntes Bild abgeben. Zumindest an der Seitenlinie, denn nach 198 Pflichtspielen in Diensten des SVWW wird dort nicht mehr Rüdiger Rehm stehen. Der Coach war nach dem 3:4 gegen Meppen entlassen worden.

"Für alle sehr überraschend", fasste Nils Döring im vereinseigenen Interview die Ereignisse vom Wochenbeginn zusammen. Döring soll gemeinsam mit Mike Krannich die Mannschaft in Braunschweig und am folgenden Spieltag gegen Zwickau betreuen, bevor ein neuer Cheftrainer gefunden ist. Beide gehörten bereits unter Rehm zum Trainer-Team, Krannich galt als enger Vertrauter des einstigen Chefs, hatten die beiden doch schon vor der Station SVWW gemeinsam gearbeitet.

Nilsson-Rückkehr heiß ersehnt

Wie groß der Impuls, den sich die Verantwortlichen um Geschäftsführer Nico Schäfer und dem Sportlichen Leiter Paul Fernie vom Trainer-Rauswurf erhoffen, schon in Braunschweig sein wird, bleibt also abzuwarten. Zumal die Probleme erst mal die alten sein werden: Die zuletzt immer wieder wackelige Defensive trifft auf die formstarke Offensive der Braunschweiger (10 Tore in den letzten 3 Spielen), individuelle Fehler wie gegen Meppen müssen also dringend abgestellt werden.

Und vorne ruhen die Hoffnungen auf der Rückkehr von Stürmer Gustaf Nilsson (8 Saisontore), der mit Bauchmuskel-Verletzung in den vergangenen beiden Spielen schmerzlich vermisst wurde. Der Einsatz des Schweden, den Rehm noch vor einigen Wochen im Interview mit dem hr-sport als "Rakete" bezeichnet hatte, wird sich kurzfristig entscheiden. "Wir wollen drei Punkte mit nach Wiesbaden holen", gab sich Döring trotzdem kämpferisch. In der Tabelle trennen Braunschweig und Wiesbaden zwar sieben Plätze, aber auch nur fünf Punkte.

SVWW sucht "gestandene Persönlichkeit" - Rehm schweigt

Aktuell sind aber vor allem auch die Akteure außerhalb des Platzes gefordert, um bald einen neuen Coach präsentieren zu können. "Es muss eine gestandene Persönlichkeit sein, die einen klaren Plan hat und den ganzen Verein im Blick hat. Ein Trainer, der auch zu unserer Philosophie passt", fasste es Schäfer unter der Woche im Wiesbadener Kurier zusammen und ließ durchblicken, sich bereits entsprechende Gedanken gemacht zu haben. "Man sollte immer eine Planung haben, wenn so etwas passiert", ergänzte er in der FAZ.

Rüdiger Rehm selbst wollte sich zu seiner Entlassung bislang übrigens nicht äußern. Aus seinem Umfeld ist lediglich zu hören, dass er für die viereinhalb tollen Jahre dankbar ist und den Verein mit erhobenem Haupt verlässt.