Lukas Watkowiak, Sascha Mockenhaupt und Niklas Dams vom SV Wehen Wiesbaden

Der SV Wehen Wiesbaden hat in den ersten Spielen der Zweitliga-Saison erschreckend viele Gegentore kassiert. Personell nachgebessert wurde zum Transferschluss allerdings nur in der Offensive.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW geht gegen Jahn Regensburg unter

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Dass der SV Wehen Wiesbaden, aktuell Tabellenletzter der zweiten Liga, ein Abwehrproblem hat, ist keine allzu gewagte These: 16 Gegentore aus den ersten fünf Ligaspielen stehen zu Buche, das sind im Schnitt mehr als drei pro Spiel. Gegen Regensburg waren es gar fünf. Nach dem Ablauf der Transferfrist ist aber auch klar: Das Personal, das den Aufsteiger in diese missliche Lage gebracht hat, muss die Kohlen wieder aus dem Feuer holen.

Noch keine klare Formation

Das große Problem: Trainer Rüdiger Rehm hat in der Defensive noch keine Stammformation gefunden. Im defensiven Mittelfeld, das die Löcher vor der Abwehr stopfen soll, das aktuell aber eher ein offenes Scheunentor ist, haben sich in den ersten fünf Spielen gleich sechs Akteuere versucht: Jeremias Lorch, Paterson Chato, Niklas Dams, Sebastian Mrowca, Marcel Titsch-Rivero und Gökhan Gül.

"Bis jetzt hat sich noch keine Formation so sicher eingespielt, dass wir das Gefühl hatten, dass es funktioniert", gibt Rehm zu. "Wenn du nur einen Punkt aus fünf Spielen hast, guckst du natürlich, was du noch tüfteln kannst."

Immer wieder Umstellungen

In der Abwehrkette sind mit Moritz Kuhn als rechtem Verteidiger und Sascha Mockenhaupt in der Innenverteidigung zwei Stammspieler der Aufstiegssaison noch immer gesetzt, allerdings weit von ihrer Form der vergangenen Spielzeit entfernt.

Links hat Michel Niemeyer die frei gewordene Position von Alf Mintzel übernommen und gute Ansätze gezeigt - mehr aber auch nicht. Die aktuell wichtigste Position ist die des zweiten Innenverteidigers. Zuletzt hatte es hier immer wieder Umstellungen gegeben, gegen Regensburg übernahm Dams zur Halbzeit, Mrowca rückte wieder ins Mittelfeld vor.

Hoffnungsträger Röcker

Nun ruhen die Hoffnungen auf dem namhaftesten Neuzugang des Sommers: Benedikt Röcker. Der Abwehrmann, der von Bröndby IF nach Wiesbaden gewechselt war, hatte nach ausbaufähigem Saisonstart mit einer Hüftverletzung zu kämpfen, die er sich im Pokalspiel gegen Köln zugezogen hatte. Nun ist der 29-Jährige laut Rehm aber wieder "eine klare Option" für die Startelf.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mockenhaupt: "So werden wir die Klasse nicht halten"

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Eine eingespielte Truppe wäre freilich nur die halbe Miete. Denn vor allem das Auftreten, gerade in den Heimspielen gegen Hannover und Regensburg, gibt Anlass zur Sorge. "Dass wir nach einem Gegentor so auseinanderfallen, das darf nicht passieren. So werden wir nicht viele Punkte holen", sagt Abwehrchef Mockenhaupt.

In der Offensive hat der SVWW am Ende der Transferperiode noch mal prominent nachgelegt und den Kader mit Stefan Aigner, Tobias Schwede und Törles Knöll verstärkt. Jetzt liegt es an der Abwehr, dieser Sturm-Power ein gutes Fundament zu bieten, wenn sich die Hessen nicht direkt wieder aus der zweiten Liga verabschieden wollen.