Rüdiger Rehm

Auch in diesem Sommer muss der SV Wehen Wiesbaden einen personellen Umbruch schaffen. Trainer Rüdiger Rehm ist dennoch optimistisch und sagt: "Wir sind weiter als letztes Jahr".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Scouting-Experte Paul Fernie wird Sportlicher Leiter beim SVWW

Paul Fernie
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Man ist es ja fast schon gewohnt in Wiesbaden: Die Saison geht zu Ende, die Sommerpause beginnt, und geht das Training beim SV Wehen Wiesbaden dann wieder los, steht eine runderneuerte Mannschaft auf dem Platz. Zwölf Abgänge und bislang acht Zugänge haben die Hessen aktuell zu verzeichnen. Das nennt man wohl einen Umbruch.

Trainer Rüdiger Rehm kann das aber schon lange nicht mehr schocken. "Wir sind es ja gewohnt", so Rehm am Rande des Trainingsauftakts. "Und es ist eine Bestätigung unserer Arbeit, dass viele unserer Spieler bei anderen Vereinen auf der Liste stehen. Wir können damit leben."

Auf fast allen Positionen besteht Bedarf

Bei zwölf Abgängen ist fast logisch, dass Rehm beinahe alle Positionen anführt, auf denen es nachzulegen gilt. Einzig die Innenverteidigung "ist relativ gut und dicht", die Achterposition "gut besetzt". Ansonsten ist der Bedarf groß: "Auf der Rechtsverteidigerposition haben wir noch Luft. Auf der Sechs müssen wir nachlegen. Die offensiven Außenbahnen müssen wir besetzen. Und ganz vorne in der Spitze müssen wir auch noch etwas machen." Langweilig wird Rehm und Co. während des verbleibenden Sommertransferfenster also ganz sicher nicht.

Insbesondere die Abgänge von Allrounder Jakov Medic, Sechser Paterson Chato sowie der Offensivspieler Maurice Malone und Phillip Tietz dürften Rehm, bei aller Genugtuung, auch ein wenig schmerzen. Medic und Chato, die es zu St. Pauli beziehungsweise Türkgücü München zieht, waren unumstrittene Stammspieler. Mit Malone, der zu seinem Stammklub Augsburg zurückmuss, sowie Tietz, der sein Glück beim klassenhöheren Nachbarn in Darmstadt versuchen wird, gehen die beiden Topscorer von Bord – und mit ihnen 38 Scorerpunkte.

"Wir haben schon eine gute Truppe beisammen"

Defensive Stabilität sowie offensive Durchschlagskraft, beides gilt es also noch an Bord zu holen. Auch wenn Rehm sagt: "Wir haben schon eine gute Truppe beisammen, wir sind weiter als im letzten Jahr. Jetzt geht es darum, diese Truppe noch einmal zu verfeinern. Wir sind in Gesprächen mit einigen Spielern."

Beim Projekt Umbruch kann Rehm ab sofort auf Paul Fernie zählen, der als neuer Sportlicher Leiter die Nachfolge von Christian Hock antritt. Rehm dürfte das nicht ungelegen kommen. "So ein Abschied ist immer schade, aber ich bin lange genug dabei und weiß, dass es ein Kommen und Gehen ist. Aber es war ein Vakuum im Sommer, das wir füllen mussten. Ich habe ein bisschen mehr zu tun gehabt." Daran wird sich bis zum Ende der Transferphase aber wohl auch erst einmal nichts ändern.