Jakov Medic (rechts) wird nach dem 1:1 von seinen Mitspielern gefeiert.

Der SV Wehen Wiesbaden hat mit dem Sieg gegen Uerdingen Kontakt zu den Aufstiegsplätzen aufgenommen. Schuld daran ist auch eine ungewöhnliche personelle Maßnahme von Trainer Rehm.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SVWW weiter ungeschlagen: 3:1-Sieg gegen Uerdingen

Jubel beim SVWW
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Jakov Medic fackelte in der 19. Minute nicht lange: Nach einer Ecke pflückte der 22-Jährige den Ball im Strafraum runter und traf mit einem sehenswerten Drehschuss zum 1:1. Für sein Team, den SV Wehen Wiesbaden, war das nach verschlafener Anfangsphase der Startschuss, am Ende stand ein verdienter 3:1-Sieg gegen Uerdingen zum Abschluss des Drittliga-Spieltags am Montagabend.

Das Besondere daran: Medic ist eigentlich ein Defensivspezialist, seit einigen Spielen hat ihn Trainer Rüdiger Rehm aus der Not heraus nach vorne beordert. Erstmals stand der Mann, der zunächst von Nürnberg ausgeliehen war und inzwischen fest verpflichtet ist, am 22. Spieltag in Kaiserslautern überraschend in der Spitze - Rehm waren schlicht die Stürmer ausgegangen.

Tietz sieht "Premium-Tor" des Kollegen

Was zunächst als einmaliges Experiment bezeichnet wurde, wiederholte sich in den folgenden Spielen. Gegen Uerdingen ersetzte Medic den gelbgesperrten Phillip Tietz in der Offensive. Der war sogleich beeindruckt von seinem Ersatzmann und lobte in der Halbzeit bei Magenta Sport das "Premium-Tor" des Kollegen. "Super Drehung, erinnert mich ein bisschen an Lewandowski gegen Bielefeld."

Tatsächlich wirkte der Kroate bei seinen Sturm-Einsätzen der letzten Zeit keineswegs wie ein Fremdkörper: Er warf sich mit seinen 1,93 Metern in die Kopfballduelle, suchte entschlossen die Abschlüsse und setzte Kollegen in Szene. Und die eine oder andere herzhafte Grätsche im Angriffsdrittel tat dem SVWW ebenfalls gut.

Wurtz feiert Comeback

Das so erfolgreich Experiment dürfte jedoch bald wieder beendet sein: Tietz kehrt nach seiner Sperre zurück, dazu feierte Johannes Wurtz am Montag nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback. Medic, der im Laufe der Partie bereits ins defensive Mittelfeld zurückbeordert worden war, wird in den kommenden Wochen wohl wieder hinten gefragt sein.

Malone erreicht persönliches Tor-Ziel

Vorne macht derweil ein anderer wieder auf sich aufmerksam: Maurice Malone, der mit einem sehenswerten Schlenzer das 2:1 und kurz darauf mit einem trockenen Linksschuss auch das 3:1 besorgte. "Ich hab mir vor der Saison vorgenommen, zehn Tore zu machen. Das habe ich jetzt erreicht", sagte er nach der Partie über seine Bilanz, hatte aber natürlich auch das Mannschaftsergebnis im Blick: "Jetzt können wir uns freuen, dass wir oben den Anschluss haben."

Nach der starken Serie - die Wiesbadener haben im Jahr 2021 noch kein Spiel verloren - ist es in der Tabelle aktuell Platz vier mit nur noch einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz. "Wir müssen einfach weitermachen und dürfen nie zufrieden sein. Den Jungs macht es Spaß im Moment", so Rehm. Am Unternehmen Wiederaufstieg in die zweite Liga kann der SVWW dann am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Magdeburg weiterarbeiten.