Enttäuschung bei Paterson Chato und Sebastian Mrowca vom SV Wehen Wiesbaden

Auf den perfekten Februar folgte der punktlose März: Der SV Wehen Wiesbaden ist nach vier Niederlagen in Folge raus aus dem Aufstiegsrennen. Trainer Rehm findet deutliche Worte und hat das Problem beim Spiel in Zwickau schnell ausgemacht.

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Tim Boss
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Vor vier Wochen war die Welt beim SV Wehen Wiesbaden noch in Ordnung. Im Februar hatte das Team alle seine Drittliga-Spiele gewonnen und sich eine gute Position im Aufstiegskampf erspielt. Die ist nun - nach einem punktlosen März - dahin.

Nach dem 1:2 in Zwickau schimpfte SVWW-Trainer Rüdiger Rehm wie der berühmte Rohrspatz. Erst unmittelbar nach Abpfiff, von den Kameras eingefangen. Und dann in der anschließenden Pressekonferenz. "Es kann nicht sein, wie wir uns in den Zweikämpfen fast auffressen lassen, weil wir nicht genügend dagegen halten. Das ist zu wenig für Fußball", sagte er und kündigte an, "dem einen oder anderen mal richtig den Kopf waschen" zu wollen.

"Jeder Einzelne muss sich hinterfragen"

Durch das Führungstor kurz vor der Pause hatten die Wiesbadener in Zwickau eigentlich alle Chancen, endlich wieder drei Punkte einzufahren. Doch kurz nach Wiederanpfiff ließen sie sich von einer der vielen Standardsituationen der Zwickauer überrumpeln, das Momentum war weg, am Ende gab es nicht mal einen Punkt - die Gastgeber verdienten sich den Sieg durch ihren Einsatz.

Und der SVWW stand zum vierten Mal in Folge ohne etwas Zählbares da. Entsprechend frustriert war auch Vize-Kapitän Sascha Mockenhaupt: "Langsam muss sich jeder Einzelne mal hinterfragen. Wir sind einfach zu weit weg davon, was wir eigentlich können", sagte er im vereinseigenen Interview. "So werden wir wenige Punkte bis zum Ende der Saison holen."

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Fehlende Disziplin und kaum Durchschlagskraft

Tatsächlich hat der SV Wehen Wiesbaden die Selbstverständlichkeit der Spiele zu Jahresbeginn vollständig verloren. Während vor wenigen Wochen selbst das Experiment mit Defensivmann Jakov Medic im Sturm funktionierte und bei den Spielen in Mannheim und gegen Magdeburg jeweils kurz vor Schluss noch der glückliche Siegtreffer fiel, klappt nun fast nichts mehr.

Sinnbildlich dafür stehen das Pech von Keeper Tim Boss beim Eigentor in München sowie die Disziplinlosigkeiten von Moritz Kuhn und Dennis Kempe, die sich in der so wichtigen Partie gegen Ingolstadt jeweils einen Platzverweis einhandelten. Und beim Nachholspiel in Dresden hatte der SVWW zwar viele Spielanteile, konnte diese aber kaum in große Torchancen ummünzen.

Analyse in der Länderspielpause

Das Ziel direkter Wiederaufstieg in die zweite Liga ist nun jedenfalls in sehr weite Ferne gerückt. Rostock und Ingolstadt auf den Plätzen zwei und drei sind auf 13 Punkte davongezogen, realistisch ist für den SVWW wohl nur noch der vierte Platz drin, der immerhin die Teilnahme am DFB-Pokal garantieren würde.

Aber auch dafür muss dringend eine Leistungssteigerung her. "Es ist ganz gut, dass wir Zeit haben, die ein oder andere Sache zu analysieren und klar anzusprechen", so Mockenhaupt mit Blick auf die kommenden zwei Wochen. Denn auch die 3. Liga geht in die Länderspielpause. Für Wiesbaden geht es am 3. April (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Saarbrücken weiter.