Gewohntes Bild der letzten Spiele: Der SVWW jubelt, der Gegner dreht resigniert ab
Gewohntes Bild der letzten Spiele: Der SVWW jubelt, der Gegner dreht resigniert ab Bild © Imago

Mit dem 7:0 in Köln ist der SVWW endgültig in der Spitzengruppe der dritten Liga angekommen. Das Team hat dank Offensiv-Power gleich mehrere Anwärter auf die Torjägerkanone in den eigenen Reihen. Vom Aufstieg möchte "Viererpacker" Manuel Schäffler trotzdem noch nicht sprechen.

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Der Mann, der bei Fortuna Köln die Anzeigetafel bediente, hatte am Sonntagnachmittag wahrlich keinen einfachen Job. Immer wieder musste er die Leiter hinaufklettern, um den Spielstand zu ändern. Nach dem finalen Treffer des torhungrigen SV Wehen Wiesbaden zum 7:0 winkte er nur noch resigniert ab.

Erster Viererpack für Schäffler

Alleine SVWW-Torjäger Manuel Schäffler schickte den armen Kerl mit seinen Treffern vier Mal die Leiter hinauf. Noch nie habe er so oft in einem Spiel getroffen, sagte Schäffler dem hr-sport am Montag. "Höchstens mal in einem Freundschaftsspiel." Dass er den Ball im Kölner Südstadion so häufig im Netz versenken durfte, war für den 29-Jährigen zweitrangig. "Der maximale Erfolg der Mannschaft steht für mich im Vordergrund."

Und an Erfolg mangelt es den Wiesbadenern gerade wirklich nicht. Abgesehen vom Pokalspiel gegen den HSV (0:3), als es vor allem an der Chancenauswertung mangelte, kann sich die Bilanz der vergangenen Wochen absolut sehen lassen: sechs Siege und ein Unentschieden aus den vergangenen acht Spielen stehen zu Buche, hinzu kommt ein eindrucksvolles 6:0 im Hessenpokal in Kassel. Der schlechte Saisonstart mit nur vier Punkten aus sechs Spielen ist vergessen, der SVWW längst in der Spitzengruppe der Liga angekommen. Viele starke Auftritte waren dabei, wie der 5:2-Sieg in Karlsruhe oder eben der "perfekte Tag" (Trainer Rüdiger Rehm) in Köln.

Mitte September noch auf einem Abstiegsplatz

Doch woher kommt der Höhenflug? "Wir haben vor dem Spiel gegen Meppen einen Cut gemacht und gesagt, dass wir einfach bei null anfangen", so Schäffler. Das war Mitte September, als sich der SVWW sogar kurzzeitig auf einem Abstiegsplatz wiederfand. Viele Umstellungen seien im Anschluss aber nicht nötig gewesen. "Die Ergebnisse haben zu Saisonbeginn einfach nicht gepasst."

Inzwischen hat der SVWW mit 30 Toren aus 14 Spielen die beste Offensive der dritten Liga. Maßgeblichen Anteil daran hat neben Schäffler auch Daniel-Kofi Kyereh, der beim Schützenfest in Köln zwar leer ausging, mit neun Toren aber aktuell teamintern wie ligaweit die Torschützenliste anführt. "Ich könnte auch damit leben, wenn er dieses Mal die Torjägerkanone holt", sagte Schäffler, der sich diesen Titel in der vergangenen Saison gesichert hatte.

Vom Aufstieg wird noch nicht gesprochen

Was ist drin für das Team aus der Landeshauptstadt mit so einer starken Offensive und dem aktuellen Höhenflug? In der Tabelle steht man erstmals in dieser Saison auf dem Relegationsplatz drei, das Wort "Aufstieg" vermeidet Manuel Schäffler aber noch. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir so gut wie möglich spielen wollen und dann schauen, was dabei rauskommt." Für ihn persönlich sei es natürlich schon ein Ziel, wieder in der 2. Liga zu spielen. Aber: "Das kommt dann, wenn man hart arbeitet."

Die anderen Mannschaften in der dritten Liga sind jedenfalls vor der SVWW-Offensive gewarnt. Nur um eines müssen sie sich wohl keine Sorgen machen: Die meisten bedienen ihre Anzeigetafel inzwischen elektronisch.