Daniel-Kofi Kyereh vom SV Wehen Wiesbaden im Testspiel gegen Boavista Porto

Beim 3:0-Testspielsieg gegen Boavista Porto zeigt sich der SV Wehen Wiesbaden gut gerüstet für den Saisonauftakt. Trainer Rüdiger Rehm lässt sich allerdings noch nicht in die Karten schauen.

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Eine würdige Kulisse sieht definitiv anders aus: Als der SV Wehen Wiesbaden seine "Legende" Alf Mintzel offiziell verabschiedete, klaffte im Hintergrund ein Loch. Die Gegentribüne wird gerade umgebaut und die gesamte Saison über nicht zur Verfügung stehen. Auf den verbliebenen drei Tribünen verloren sich 1.078 Fans - und sahen im Anschluss einen überzeugenden Auftritt in der Generalprobe vor dem Ligastart.

"Wir hätten gerne ein paar Zuschauer mehr gehabt und ich glaube, dass der Gegner das auch hergegeben hätte", sagte SVWW-Trainer Rüdiger Rehm nach dem Spiel. Dass es nur gut 1.000 wurden, lag allerdings auch daran, dass der Verein den freien Eintritt für Dauerkarteninhaber gestrichen und 22 Euro für ein Sitzplatzticket aufgerufen hatte.

Entscheidung um die Nummer eins fällt nächste Woche

Gegner Boavista Porto war um die Jahrtausendwende eine Adresse im europäischen Fußball, aktuell ist man in der heimischen Liga Mittelmaß. Mit dem deutlichen 3:0 hatte dennoch kaum jemand gerechnet - auch nicht der Trainer selbst. "Wir sind so ein bisschen als Underdog reingegangen", sagte Rehm und fasst den Spielverlauf so zusammen: "Wir haben sehr gut verteidigt, ordentliche Szenen nach vorne gehabt und drei Tore gemacht."

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Rüdiger Rehm
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Dabei stand eine Startelf auf dem Platz, die auch für den Ligastart denkbar wäre. Der Trainer will sich allerdings noch nicht in die Karten schauen lassen: "Wir haben mehrere Optionen." Die gibt es übrigens auch auf der Torwartposition: Lukas Watkowiak spielte gegen Porto 60 Minuten, sein Konkurrent Jan-Christoph Bartels, der vom FC Köln ausgeliehen ist und noch Trainingsrückstand aufholen muss, absolvierte die letzte halbe Stunde. "Es wird nächste Woche eine Entscheidung geben", kündigte Rehm an.

Rudelbildungen und gelbe Karten

Torjäger Manuel Schäffler sprach von einer "guten Generalprobe", betonte aber auch: "Man hat gesehen, dass der Gegner noch nicht so wirklich da ist, wo wir in der Vorbereitung sind." Denn während der SVWW am kommenden Sonntag bereits um Punkte spielt, geht für Boavista der Ligabetrieb erst zwei Wochen später wieder los.

Auf Betriebstemperatur war der Gast dennoch: Der teilweise harten Zweikampfführung des SVWW setzten die Portugiesen mitunter Theatralik und Provokation entgegen. Es kam mehrfach zu Rudelbildungen und vor allem Porto kassierte gleich reihenweise gelbe Karten - in einem Testspiel, wohlgemerkt.

Der "ewige Rivale" wartet zum Saisonstart

Auch das war jedoch ein guter Test für die Wiesbadener, geht es doch am kommenden Sonntag gegen den "gefühlt ewigen Rivalen" (Rehm) Karlsruher SC, mit dem man sich schon zu gemeinsamen Drittliga-Zeiten ähnlich hitzige Duelle geliefert hatte. Das deutliche 3:0 ist in jedem Fall ein Ausrufezeichen, auch in Richtung Zweitliga-Konkurrenz.

Die vergleichsweise traurige Zuschauerzahl wird sich in der zweiten Liga zumindest erst mal nicht wiederholen: Bis Freitag hatte der Verein nach eigenen Angaben 1.700 Dauerkarten verkauft - das sind schon jetzt 500 mehr als in der vergangenen Drittliga-Saison.