Rüdiger Rehm

Der SV Wehen Wiesbaden hat den Vertrag mit Cheftrainer Rüdiger Rehm bis zum Juni 2023 verlängert. Damit darf der Rekord-Coach weiter an seinem Denkmal in der Landeshauptstadt werkeln.

Den Applaus der Mitglieder konnten sich die Verantwortlichen wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen nur virtuell abholen. Die Freude über die Nachricht, die der SV Wehen Wiesbaden am Donnerstagabend auf seiner Mitgliederversammlung verkündete, wurde dadurch nicht geschmälert: Cheftrainer Rüdiger Rehm verlängert seinen Vertrag beim Drittligisten bis zum 30. Juni 2023. Gleiches gilt für Co-Trainer Mike Krannich. Rehms bisheriges Arbeitspapier wäre am Saisonende ausgelaufen.

Damit wird der 42-Jährige seine Rekordmarke als Trainer des SVWW noch weiter ausbauen. Vorausgesetzt, Rehm bleibt bis zum Vertragsende beim Club, wäre er Ende Juni 2023 ganze 2.328 Tage im Amt. Den voherigen Rekordhalter Djuradj Vasic (1.440 Tage im Amt) hatte Rehm bereits im Januar diesen Jahres einkassiert. Der Coach sei ein "Glücksfall" für den Verein, teilte Nico Schäfer, Sprecher der Geschäftsführung, mit. Rehm gab die Blumen zurück: "Ich fühle mich beim SVWW extrem wohl und bin auch nach vier Jahren motiviert wie am ersten Tag."

Rehm und Wehen Wiesbaden: Das passt!

Sportlich gibt es keinen Grund, die Personalie zu überdenken. Der SVWW ist als Tabellenfünfter ein Kandidat auf den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Zuletzt kassierten die Hessen zwar einen Rückschlag (0:2 bei Bayern München II), zuvor aber hatte der Club fünfmal in Folge gewonnen und blieb zehn Begegnungen in Folge ungeschlagen.

Auch im fünften Jahr unter Rehm steht Wehen Wiesbaden mehr für Spektakel als für biedere Fußballkunst – einer der Gründe, weshalb die Fans des Vereins ihren Trainer lieben. Als der SVWW im vergangenen Zweitliga-Jahr einen Horrorstart mit nur einem Punkt aus sieben Spielen hinlegte, forderten die Anhänger auf Plakaten entgegen der klassischen Mechanismen des Fußballgeschäfts nicht etwa Rehms Ablösung, sondern einen Vertrauensbeweis pro Cheftrainer. "Rehm bleibt oder die Kurve schweigt" hieß es auf Plakaten: Ein Zeugnis für das bemerkenswerte Klima rund um den Verein. Wenig überraschend durfte der Aufstiegstrainer auch nach dem Wiederabstieg in die 3. Liga weitermachen.

"Vize" und Trainer halten dem SVWW die Treue

Die Hessen setzen auf Kontinuität, und das nicht nur auf der Trainerbank. Erst am Dienstag hatte der Verein den Vertrag mit Vize-Kapitän Sascha Mockenhaupt bis zum Juni 2024 verlängert. An dem 29 Jahre alten Verteidiger kann sich selbst Rehm noch ein Beispiel nehmen: Mockenhaupt verdienst seine Brötchen seit Januar 2017 beim SVWW und damit sogar noch ein paar Tage länger als der Cheftrainer. Aber mit seinen 42 Jahren steht Rüdiger Rehm ja noch am Anfang seiner Trainerkarriere.