Die Brita Arena des SV Wehen Wiesbaden
Die Westtribüne des Wiesbadener Stadions ist bald eine Baustelle. Bild © Imago Images

Der SV Wehen Wiesbaden hat die wenigsten Zuschauer der dritte Liga. Das Stadion muss aber dennoch umgebaut werden, um im Aufstiegsfall in der heimischen Arena bleiben zu können.

Audiobeitrag
Proeckl SVWW

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Pröckl: "Ende 2020 soll die neue Tribüne fertig sein"

Ende des Audiobeitrags

In der Zuschauertabelle der 3. Liga ist der SV Wehen Wiesbaden Schlusslicht: Nur rund 2.200 Menschen kommen im Schnitt zu Heimspielen in die Arena. Die wird nun trotzdem ausgebaut - um die Vorgaben von DFB und DFL zu erfüllen.

Aus gut 12.500 Plätzen müssen 15.000 werden, sonst darf in Wiesbaden im Falle eines Aufstiegs kein Zweitliga-Fußball gespielt werden. "Ende 2020 sollen die komplette Westtribüne und die Nordwestecke ausgebaut sein", sagt Thomas Pröckl, der als Geschäftsführer der Stadion GmbH der Projektleiter des Umbaus ist. Und zunächst mit einigen Verschiebungen zu kämpfen hatte.

Bereits seit Herbst 2015 steht der Entschluss, die Arena zweitligatauglich zu machen. Mehrfach wurden Zeitpläne erarbeitet, die dann doch nicht eingehalten werden konnten. Pröckl nimmt das gelassen: "Ich weiß, dass solche Projekte etwas länger dauern können, und wir müssen eben auch auf die Kosten achten", so Pröckl gegenüber dem hr-sport.

Fans halfen beim Abbau

Es habe im Laufe der Zeit personelle Veränderungen bei den Planern und eine Reihe von Nachforderungen von der Bauaufsicht nach dem ersten Bauantrag im Dezember 2017 gegeben. Außerdem gab es kein Angebot auf die erste europaweite Ausschreibung, eine Auftragsvergabe war deshalb zunächst nicht möglich. "So kam es, dass wir fast vier Jahre für die Planung gebraucht haben."

Entsprechend froh ist man beim SV Wehen Wiesbaden, dass nach dem Heimspiel gegen 1860 München endlich die Arbeiten begonnen haben. Zunächst wurden die 3.600 Sitze, auch mit Hilfe einiger Fans, abgeschraubt und in Container verladen. Bis Mitte April soll die alte Westtribüne zurückgebaut sein, dann wird das Stahlrohr-Konstrukt durch eine Beton-Tribüne ersetzt.

Sondergenehmigung nötig

Wenn alles fertig ist, kann die neue Westtribüne 2.800 Sitzplätze oder knapp 6.000 Stehplätze beherbergen - letzteres wäre notwendig, um auf die für die zweite Liga geforderte Kapazität von 15.000 Plätzen zu kommen. Übrigens: Erstligatauglich wäre das Stadion damit nicht, es gelten noch einmal andere Kriterien, die laut Pröckl am aktuellen Standort schlicht nicht zu erfüllen wären.

Audiobeitrag
Proeckl SVWW

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Pröckl: "Müssen in den sauren Apfel beißen"

Ende des Audiobeitrags

Gut 9.000 Plätze bietet die Arena während des Umbaus. Das bedeutet, dass der SVWW in der zweiten Liga in dieser Zeit mit einer Sondergenehmigung antreten müsste. "Wir gehen davon aus, dass wir eine solche bekommen würden", so Pröckl, der auch eventuelle Highlight-Spiele in der Liga wie im Pokal unbedingt im heimischen Stadion sehen möchte. "Wir glauben, wir können nur dann die Wiesbadener zu unseren Fans machen, wenn wir auch alle Spiele hier austragen." Als Ausweichstadien habe man dem DFB und der DFL die Frankfurter Arena und das Stadion von Mainz 05 genannt.

Ein festes Stadion als Vision

Für den Fall des Aufstiegs in die zweite Liga ist noch eine weitere Veränderung geplant: "Wir würden den Innenraum etwas vergrößern, weil wir mehr Platz bräuchten, etwa für die Banden. Dafür müssten wir die Südtribüne etwas nach hinten verschieben", erklärt Pröckl. Abbau und Wiederaufbau wären möglich, aber auch eine feste Tribüne denkbar. Das entspricht dem Wunsch des Vereins, aus der Stahlrohr-Konstruktion, die einst in Rekordzeit aufgezogen wurde, ein festes Stadion mit mehreren Beton-Tribünen zu machen. "Diese Vision haben wir", bestätigt Pröckl.

Für diese Vision hat der SVWW schon einiges auf den Weg gebracht: Mit der Stadt Wiesbaden gibt es einen 30-jährigen Nutzungsvertrag für das Gelände. "Das heißt, dass man uns auch an diesem Standort behalten will", so Pröckl. Jetzt fehlen nur noch die Fans, die das Stadion füllen - und natürlich der sportliche Aufstieg in Liga zwei.