Eine Szene aus dem Hinspiel des SVWW gegen Ingolstadt
Der SVWW glaubt weiter fest an den Aufstieg in Ingolstadt. Bild © Imago Images

Drittligist SV Wehen Wiesbaden ruht auch nach der Hinspiel-Niederlage in der Aufstiegsrelegation gegen Ingolstadt in sich selbst. Der FCI ist nach dem 2:1-Sieg in Wiesbaden zwar im Vorteil, die Hessen bauen jedoch auf ihre Auswärtsstärke.

Der Fußball, so weiß der Volksmund, schreibt schon manchmal verrückte Geschichten. Jüngste Beispiele dafür lieferten die beiden Champions-League-Finalisten aus Tottenham und Liverpool. Beide hatten ihr Halbfinal-Hinspiel verloren, beide feierten ein kaum mehr für möglich gehaltenes Comeback im Rückspiel. Ein solches Comeback braucht nun auch der SV Wehen Wiesbaden gegen Ingolstadt, um in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga ran zu dürfen.

Nach der 1:2-Pleite im Relegations-Hinspiel verhilft den Hessen nur ein Sieg bei den Bayern zum Aufstieg. "Im Fußball ist alles möglich", sagt SVWW-Trainer Rüdiger Rehm im Gespräch mit dem hr-sport selbstbewusst. Eine spezielle Vorbereitung auf das wichtigste Spiel des Jahres, etwa einen Verweis auf das Liverpool-Spiel, brauche es gar nicht, um seine Mannschaft in Stimmung zu bringen. "Wir wollen unsere eigene Geschichte schreiben. Dafür brauchen wir keine anderen Filme oder Spiele rausholen", so Rehm.

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Das Wiesbadener Selbstvertrauen hat einen Namen: Daniel Kofi-Kyereh. Sein spätes Tor zum 1:2 (90.+6) hat die Ausgangslage vor dem Rückspiel zumindest ein bisschen verbessert. "Das letzte Tor von Kofi war sehr wichtig für uns. Das gibt uns noch mal Auftrieb", sagt Torwart Markus Kolke. Der Glaube, dass in Ingolstadt was geht für den Underdog, ist weiter groß. Das hat auch mit der Auswärtsstärke der Hessen zu tun.

Exakt die Hälfte ihrer 70 Saisonpunkte holte der SVWW auf fremdem Platz. In der dritten Liga holte nur der KSC mehr Punkte in der Fremde. Die Ingolstädter haben in Liga zwei zuhause hingegen nur 17 Punkte eingefahren. "Wir sind auswärts zu allem imstande", sagt Rehm, der aber eventuell auf einen seiner wichtigsten Spieler im Rückspiel verzichten muss.

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Vorteil Ingolstadt

Torgarant Manuel Schäffler musste im Hinspiel mit Muskelproblemen ausgewechselt werden. Ob er beim zweiten Aufeinandertreffen mit dem FCI mitwirken kann, ist noch unklar. Ein Arztbesuch am Samstag soll Aufklärung bringen. "Der Muskel ist zu, wir hoffen, dass nichts kaputt ist", so Rehm. Ein Mitwirken des zweitbesten Torjägers der 3. Liga würde dem SVWW zwar guttun, an der grundlegenden Ausgangssituation aber auch nichts ändern: "Die Chancen stehen aufseiten der Ingolstädter, ist doch klar", gesteht Rehm. "Aber man hat auch schon mit einprozentiger Chance Spiele gedreht."

Man würde in diesem Zusammenhang gerne auf den SV Darmstadt 98 im Jahr 2014 verweisen. Immerhin schafften die Lilien nach einer 1:3-Pleite im Hinspiel gegen Arminia Bielefeld mit einem 4:2-Sieg im doch noch den Sprung in die zweite Liga. Aber solche Verweise brauchen Sie in Wiesbaden ja gar nicht.