Rüdiger Rehm vom SV Wehen Wiesbaden

Drittes Spiel, dritte Niederlage: Der Fehlstart des SV Wehen Wiesbaden in die neue Zweitliga-Saison ist perfekt. Nach der Pleite gegen Hannover 96 findet SVWW-Coach Rüdiger Rehm deutliche Worte.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SV Wehen Wiesbaden gegen Hannover ohne Chance

Imago SVWW
Ende des Audiobeitrags

Rüdiger Rehm war gar nicht erst um Schönrederei bemüht. Der Trainer des SV Wehen Wiesbaden mag es lieber direkt. Und daher fand der 40-Jährige nach der deutlichen 0:3-Heimpleite seines Teams am Samstag gegen Hannover deutliche Worte zur Leistung seines Teams. "Das war lustlos, willenlos, mutlos", urteilte der Coach des Zweitligisten. Eine vernichtende Bilanz.

Nach der dritten Pleite im dritten Zweitliga-Spiel haben es die Hessen nun aber schwarz auf weiß: Der Saisonstart ist in den Sand gesetzt. Die Aufstiegseuphorie ist bereits Mitte August der Liga-Tristesse gewichen. In allen Spielen in der Liga sowie im Pokal gegen Köln lag die Mannschaft zwischenzeitlich mit zwei Toren zurück. "Wir brauchen scheinbar immer irgendeinen Nackenschlag, um aufzuwachen", schimpfte Verteidiger Sascha Mockenhaupt.

Rehm: "Wir müssen den Kampf annehmen"

Nach dem starken Spiel beim knappen Ausscheiden gegen Köln wollte sich das Team endlich mit Punkten in der Liga belohnen. Es folgte der mit Abstand schwächste Auftritt der bisherigen Saison: in der Abwehr löchrig, in der Offensive ohne wirkliche Durschlagskraft - so wird es in dieser Liga schwer.

Am Ende trafen die Gäste aus Niedersachsen in regelmäßigen Abständen und teilweise ohne große Gegenwehr zum 1:0 durch Marvin Ducksch (28. Minute), zum 2:0 durch Florent Mulija (57.) und zum 3:0 erneut durch Ducksch per Handelfmeter (76.). Bei einer konsequenteren Chancenverwertung hätte das Team von Trainer Mirko Slomka sogar höher gewinnen können.

Dementsprechend bedient war Rehm nach der Partie - und bemängelte eine eigentlich grundlegende Tugend: "Wir müssen den Kampf annehmen. Das haben wir nicht gemacht. Wir müssen uns alle vorwerfen, dass etwas gefehlt hat." Sich selbst nahm er da nicht aus. "Auch ich muss mir vorwerfen, ob ich die Jungs richtig motiviert habe - oder was der Grund ist. Vielleicht haben wir zu hart trainiert. Aber wenn du den Fight nicht annimmst, wirst du kein Fußball-Spiel gewinnen."

Neuer Stürmer soll kommen

Zeit zu handeln also. Sehr wahrscheinlich auch auf dem Transfermarkt. Besonders im Sturm drückt personell der Schuh. Nachdem Phillip Tietz wohl die gesamte Hinrunde ausfällt und sich Manuel Schäffler nach seiner Knöchelverletzung gerade erst zurückgekämpft hat, hat sich nun auch noch Daniel-Kofi Kyereh einen Muskelfaserriss zugezogen.

"Uns hat in der ersten Halbzeit vorne die Präsenz gefehlt", bemerkte Rehm an. "Am liebsten hätte ich heute schon einen neuen Stürmer gehabt." Nur ein neuer Angreifer dürfte dem SVWW aber nicht reichen. Beim nächsten Auftritt in Bochum muss auch eine andere Körpersprache her. Am besten dann nicht mehr lustlos, mutlos und willenlos.

Videobeitrag

Video

zum Video Rehm: "Ich habe heute auf den Putz gehauen"

Rehm Interview
Ende des Videobeitrags