Imago SVWW Trainer Rehm

Das Corona-Virus hat dem SV Wehen Wiesbaden im Abstiegskampf eine unerwartete Pause verschafft. Jetzt will das Team von Trainer Rüdiger Rehm wieder angreifen - und muss dabei gleich gegen einen Top-Club ran.

Kaltstart mitten im Abstiegskampf: Für den SV Wehen Wiesbaden geht es in der 2. Bundesliga am Sonntag (13.30 Uhr) gleich gegen den Tabellenzweiten VfB Stuttgart weiter. Dass niemand weiß, ob die Saison in der Corona-Krise überhaupt zu Ende gespielt werden kann, sieht Trainer Rüdiger Rehm positiv. "Das ist immer gut, es könnte ja das letzte Spiel sein und bekommt dadurch einen Pokalcharakter", erklärte der 41-Jährige am Freitag in einer Videoschalte mit Journalisten.

Derzeit steht der Aufsteiger auf Relegationsplatz 16. Nach wie vor ist ungeklärt, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Saison wertet, wenn die ausstehenden neun Spieltage nicht komplett durchgeführt werden können. "Wir sind frisch, wir sind bereit", sagte Rehm voller Vorfreude. "Ich habe ein gutes Gefühl und wir wollen wie alle anderen Mannschaften schnellstmöglich in diese Situation reinkommen."

Große Kader, große Aufgaben

Er kann mit fast dem kompletten Kader nach über zweimonatiger Pause loslegen: Nur die Mittelfeldspieler Jules Schwadorf (muskuläre Probleme) und Fabian Schönfeld (Blinddarm-Operation) fehlen. Das Hinspiel in Stuttgart hatte der SVWW vor über 50.000 Zuschauern überraschend mit 2:1 gewonnen.

Am 6. März stand die Mannschaft letztmals in einem Pflichtspiel auf dem Platz - in einer denkwürdigen Partie: Beim VfL Osnabrück siegte der Aufsteiger trotz eines ganz frühen Rückstands mit 6:2. Nach der Begegnung mit dem VfB stehen weitere schwierige Aufgaben an: Beim 1. FC Heidenheim, gegen den SV Sandhausen und beim Hamburger SV.

Zwischen Taunus und Halberg

Die ungewohnten Abläufe bei einem Spiel ohne Zuschauer nach den Maßgaben des DFL-Konzepts hat der SVWW schon mal in der Wiesbadener Arena geprobt. Zuletzt trainierte das Rehm-Team in der vorgeschriebenen einwöchigen Isolation und pendelte nur zwischen der Unterkunft im Hofgut Georgenthal mitten im Taunus und den Plätzen auf dem Halberg.

Die Wiesbadener haben schon einige Erfahrungen auf diesem Gebiet: Bereits im März mussten Mannschaft und Betreuerteam in eine zweiwöchige Quarantäne, weil Jungprofi Tobias Mißner positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Seitdem waren alle Tests negativ verlaufen. Die Abstandsregelungen und das lange Training in Kleinstgruppen haben einige Spuren hinterlassen. "Wir müssen noch etwas aggressiver werden, den Kontakt noch mehr suchen", forderte Rehm vor der Partie gegen Stuttgart.

So könnte der SVWW spielen:

SVWW Aufstellung VfB