Rüdiger Rehm bleibt Trainer des SV Wehen Wiesbaden

Trotz Abstiegs aus der zweiten Liga bleibt Rüdiger Rehm Trainer des SV Wehen Wiesbaden. Dafür gibt es gute Gründe.

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Rüdiger Rehm
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Manche Statistiken überraschen dann doch. Seit dem 13. Februar 2017 ist Rüdiger Rehm Trainer des SV Wehen Wiesbaden, nach einer Ära klingt das noch nicht unbedingt. Und doch ist Rehm damit aktuell einer der dienstältesten Trainer im Profifußball. So viel zur Schnelllebigkeit des Geschäfts.

Rehms Amtszeit wird, da haben sich Verein und Trainerteam nach einer "ausführlichen sportlichen Analyse" drauf geeinigt, noch eine Weile weitergehen. Auch nach dem Abstieg aus der zweiten Liga wird der Trainer des SVWW in der kommenden Saison Rehm heißen, man wolle "als geschlossene Einheit" die gemeinsamen Ziele verfolgen und sei überzeugt, "dafür die richtigen handelnden Personen an Bord zu haben", so Nico Schäfer, Sprecher der Wiesbadener Geschäftsführung.

Fehler bei der Kaderplanung

Kontinuität statt Neuanfang also, ein Weg, der sich bei den Hessen als der richtige herausstellen könnte. Mit Rehm hat der Verein eine stete Entwicklung genommen, die unter dessen Vorgängern Torsten Fröhling und Sven Demandt, beide kein Jahr angestellt, nicht vorstellbar schien. Rehm übernahm den SVWW auf dem 18. Platz der 3. Liga, schaffte die Rettung und führte den Klub im zweiten Jahr auf einen beachtlichen vierten Platz. Im dritten Jahr gelang gar der Aufstieg in die zweite Liga, in der man bis zum Ende um den Klassenerhalt mitgespielt hat.

Der Ausgang ist bekannt, aber der Abstieg der Wiesbadener, das wird der entscheidende Punkt auch in der Analyse der handelnden Personen gewesen sein, hing weniger mit Rehms Arbeit im Alltag zusammen als vielmehr mit Fehlern in der Kaderplanung. Vor der Saison setzte der SVWW vornehmlich auf den Stamm aus der 3. Liga, erfahrene Zugänge gab es zunächst kaum. Auch war die Torwartposition nicht ausreichend gut besetzt.

Fans bekennen sich zu Rehm

Mit dem Ergebnis, dass die Mannschaft in der Liga erst einmal überfordert war: Nur ein Punkt aus den ersten sieben Spielen spricht eine deutliche Sprache. Schon damals zeigte sich allerdings Rehms Standing in Wiesbaden: Vor dem Heimspiel gegen den VfL Osnabrück, das im erlösenden ersten Saisonsieg münden sollte, präsentierten die SVWW-Fans ein Banner mit der Aufschrift "Rehm bleibt oder die Kurve schweigt" - ein klares Bekenntnis zum Trainer trotz katastrophalem Saisonstart.

Der Verein hielt an Rehm fest - und der zahlte das Vertrauen zurück: Der Coach, dem Kritiker nach seinen zehn sieglosen Spielen mit Arminia Bielefeld 2016 schon ein erneutes Scheitern im Unterhaus zuschreiben wollten, zeigte sich lernfähig und stellte das System um. Mit Erfolg, denn der SVWW berappelte sich und war fortan konkurrenzfähig. In den entscheidenen Spielen gegen direkte Konkurrenten wie Sandhausen, Dresden oder Nürnberg fehlte dann allerdings die letzte Entschlossenheit, und 34 Punkte waren schlicht nicht genug, vor allem die Abwehr mit 65 Gegentoren nicht zweitligatauglich.

Die verfehlte Personalplanung muss sich auch Rehm ankreiden lassen, gemeinsam mit Schäfer und Sportdirektor Christian Hock. Alle betonen: "Wir sind der festen Überzeugung, die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Entscheidend ist die gemeinsame Basis, auf der wir in Zukunft sportlichen Erfolg aufbauen wollen." Ein erstes Ausrufezeichen gab es bereits am Sonntag: Leistungsträger Stefan Aigner unterschrieb einen Vertrag für die kommende Drittliga-Saison.