Gustaf Nilsson

Mit einem denkbar kuriosen Tor holt der SV Wehen Wiesbaden den ersten Punkt der neuen Saison. Trainer Markus Kauczinski ist zufrieden und hat "Bock aufs nächste Spiel."

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SV Wehen Wiesbaden mit Remis zum Auftakt

Thijmen Goppel und  Bradley Thomas Fink
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Eine Drittliga-Saison ist lang, und wie das so ist im Fußball, kann immer etwas Kurioses passieren. Dass die Spielzeit aber mit einer derartigen Slapstick-Szene beginnt, ist selten. Es lief die 56. Minute im Spiel des SV Wehen Wiesbaden gegen den BVB II, als sich Dortmund-Keeper Luca Unbehaun den Ball zum Freistoß hinlegte. Das Problem: Der Schiedsrichter hatte gar nicht gepfiffen, der Ball war frei, SVWW-Stürmer Gustaf Nilsson schaltete am schnellsten und schob zum 1:0 für die Hessen ein. Ein Tor für jeden Jahresrückblick.

"Es war eine komische Situation. Ich war ein wenig sauer, weil mich mein Gegenspieler in der Situation zuvor gehalten hatte", sagte Nilsson nach dem Spiel. "Dann lag der Ball vor mir. Ich hatte keinen Pfiff gehört, jemand hinter mir rief 'Go, go, go', also schoss ich. Glücklicherweise ging der Ball mit Pfosten rein."

"Gut gespielt, Punkt geholt, weiter geht’s"

Komplett zufrieden war Nilsson allerdings nicht, trotz seines kuriosen Treffers. Denn die Hessen verpassten es, das 2:0 zu machen. Stattdessen kassierten sie das 1:1, und weil Emanuel Taffertshofer in der Schlussphase nur den Innenpfosten traf, blieb es bei der Punkteteilung.

"Es ist ein wenig enttäuschend. Wir haben 1:0 geführt und hätten die Führung halten können. Aber wir nehmen den Punkt, die Saison ist lang", so Nilsson. Ähnlich sah es Trainer Markus Kauczinski nach Spielende. "Erstes Spiel, gut gespielt, Punkt geholt, weiter geht’s", sagte Kauczinski nach der Partie.

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So kurios war das Führungstor vom SV Wehen Wiesbaden

Die Szene, die zum kuriosen Führungstreffer des SVWW führte.
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"Das war ein gutes Drittligaspiel"

Es hätten durchaus zwei Punkte mehr sein können, aber Kauczinski war mit der Leistung seines Teams einverstanden. "Das war ein gutes Drittligaspiel. Wir sind hoch angelaufen, haben den Gegner früh unter Druck gesetzt und dem Druck des Gegners standgehalten", so Kauczinski.

Vor allem das Engagement seiner Elf in der Schlussphase imponierte ihm. "Gegen Ende des Spiels haben wir nochmal nachlegen können. In der Vergangenheit haben wir viele Spiele in der Nachspielzeit verloren. Heute hatte ich eher das Gefühl, dass das Spiel in unsere Richtung geht", so Kauczinski.

"Habe Bock auf das nächste Spiel"

Weswegen er auch "Bock aufs nächste Spiel" hat. "Das hat Spaß gemacht heute. Die Mannschaft hat Fußball gespielt. Und gezeigt, dass sie immer alles geben will." Die nächste Partie steht für die Hessen allerdings erst in zwei Wochen an, im DFB-Pokal ist der SVWW nicht vertreten. Bei Viktoria Köln wollen die Hessen die optimistisch stimmende Leistung dann bestätigen.

Ob Nilsson dann noch dabei ist, wird sich zeigen. Um ihn ranken sich schon länger Wechselgerüchte. "Das liegt an meinen Beratern. Aber ich bin auch offen für einen Verbleib. Wir werden sehen, was es für Optionen gibt", so Nilsson. Fest steht: Im Jahresrückblick des SVWW hat er so oder so schon einen festen Platz.