SVWW-Trainer Rüdiger Rehm ist erleichtert nach dem Sieg gegen den VfL Osnabrück.

Sieben vergebliche Anläufe hat der SV Wehen Wiesbaden in dieser Zweitliga-Saison unternommen. Nach einem anfänglichen Schock klappte es gegen Osnabrück endlich mit dem ersten Sieg. Für Trainer Rüdiger Rehm endete eine noch längere Durststrecke.

Videobeitrag

Video

zum Video Rehm: Das war der erste Schritt

Rüdiger Rehm
Ende des Videobeitrags

Rüdiger Rehm wollte alle umarmen. Nach Abpfiff des Spiels gegen Osnabrück fiel er erleichtert Co-Trainer Mike Krannich, Sportdirektor Christian Hock und Geschäftsführer Nico Schäfer um den Hals. Weiter ging es mit den Spielern, jedem einzelnen. Im Kabinengang herzte der 40-Jährige seine Familie, anschließend ging es Arm in Arm mit Zeugwart Torsten Conradi in die Katakomben der heimischen Arena.

"Für euch ist es scheiße"

Nicht schwer zu erraten, dass nach dem 2:0 am Freitagabend eine schwere Last vom Übungsleiter abgefallen war. Sieben sieglose Spiele hatte er mit seinem Team hinter sich, die persönliche Serie zeigte nach einem kurzen Gastspiel in Bielefeld 2016 sogar 17 Zweitliga-Spiele ohne Dreier. "Für euch ist es scheiße, ihr habt jetzt nichts mehr zu zählen", sagte Rehm sichtlich gelöst in der Journalisten-Runde.

Dabei schien sich zunächst auch gegen Osnabrück die Seuchen-Saison fortzusetzen. Kapitän Sebastian Mrowca fiel mit muskulären Problemen kurzfristig aus. Und nach nur zwei Minuten saß Jan-Christoph Bartels bei seiner Zweitliga-Premiere am Boden und musste verletzt ausgewechselt werden. Der Torwart-Wechsel war verpufft, der zuvor degradierte Lukas Watkowiak musste wieder ran.

In der Liga angekommen?

Anders als in vielen vorherigen Spielen brachte der Rückschlag den SVWW nicht aus dem Tritt - im Gegenteil. Niklas Dams gelang nach einer Ecke das 1:0 (23. Minute), in der 83. Minute machte Stürmer Manuel Schäffler mit einer Energieleistung den Deckel drauf. Auch wenn Rehm nach den Erfahrungen mit späten Gegentoren in Bochum und Fürth vorsichtig war. "Als mein Co-Trainer mir sagte: 'So, noch eine halbe Minute' und wir den Ball selbst am Fuß hatten, da wusste ich: Heute haben wir es wirklich eingetütet."

Videobeitrag

Video

zum Video Schäffler: Haben alles in die Waagschale geworfen

Manuel Schäffler
Ende des Videobeitrags

Mit dem Sieg ist der SV Wehen Wiesbaden "jetzt in der zweiten Liga angekommen", wie es Torhüter Watkowiak nach dem ersten Zu-Null-Spiel formuliert. Womöglich gerade noch rechtzeitig, denn durch die drei Punkte ist der Anschluss an die 17 vor den Wiesbadenern platzierten Teams zumindest wieder hergestellt.

Nächste Aufgabe: Stuttgart

Mit dem neu gewonnen Selbstvertrauen und der gerissenen Negativ-Serie des Trainers ("Dadurch, dass es jetzt nicht mehr in den Medien steht, ist es für mich auch angenehmer") geht es zum Auswärtsspiel nach Stuttgart, dem Tabellenführer. "Auch da sind drei Punkte zu vergeben und die wollen wir wenn möglich mitnehmen", so Rehm, der sich auf ein "geiles Spiel" freut. Und gegen eine weitere Umarmungsorgie sicher nichts einzuwenden hätte.