Sascha Mockenhaupt, Niklas Dams und Heinz Lindner vom SVWW verteidigen gegen Stuttgart mit vereinten Kräften.

Mit viel Leidenschaft und noch mehr Dusel holt der SV Wehen Wiesbaden drei Punkte beim großen Favoriten VfB Stuttgart und meldet sich endgültig in der zweiten Liga zurück. Die Statistik zum Spiel ist jedoch bemerkenswert.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rehm: "Das Quäntchen Glück auf unserer Seite"

2l am freitag
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Der Fußball, so besagt es eine Binsenweisheit, ist ein schnelllebiges Geschäft. Vor gut einer Woche dümpelte der SV Wehen Wiesbaden mit einem Punkt und einem Torwartproblem am Tabellenende der zweiten Liga herum. Am Freitagabend stürzte das Team von Trainer Rüdiger Rehm den Tallenführer aus Stuttgart, ist mit sieben Punkten auf einmal wieder dick im Geschäft und hat zudem den österreichischen Nationaltorhüter zwischen den Pfosten sowie den Top-Torjäger der Liga im Sturm.

Vom 2:1-Sieg in Stuttgart werden aber mehr als nur die drei Punkte bleiben. Denn der SVWW stellte gleich mehrere Rekorde auf - nicht alle davon waren positiv. 745 angekommene Pässe des VfB standen nur 69 der Wiesbadener gegenüber, ein historisch schlechter Wert in der zweiten Liga. Ebenso beim Ballbesitz, bei dem die Gastgeber 84 Prozent und der SVWW demnach nur 16 Prozent verzeichnen konnten. Und dann wäre da noch die Zuschauerzahl von 49.627. Denn dem Verein zufolge haben noch nie so viele Menschen ein Pflichtspiel des SVWW im Stadion verfolgt.

Drei Punkte aus dem "Bonusspiel"

Rehm war das nach dem erlösenden Abpfiff herzlich egal. "Die Jungs haben alles reingeworfen. Das Quäntchen Glück kannst du dir manchmal auch erarbeiten", sagte er. Der Trainer wusste allerdings auch, dass für den dreifachen Punktgewinn nicht nur jenes Quäntchen, sondern eine ganze Wagenladung Glück nötig war. Er habe noch nie in meinem Leben so viele Latten- und Pfostentreffer gegen sich gehabt, so Rehm - vier Mal traf Stuttgart das Aluminium.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schäffler: "Wir haben alles in die Waagschale geworfen"

Manuel Schäffler vom SV Wehen Wiesbaden im Spiel beim VfB Stuttgart
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Besser machte es Wiesbadens Lebensversicherung, Stürmer Manuel Schäffler. Aus seinen ersten beiden Chancen machte der 30-Jährige zwei Tore und setzte sich damit an die Spitze der Torjägerliste - schon acht Mal traf er in dieser Saison. "Seitdem ich in Wiesbaden bin, spüre ich Vertrauen", sagte er im Anschluss am Sky-Mikrofon. "Für uns war es ein Bonusspiel. Aber wir wollten nicht nur das Erlebnis haben, sondern das Erlebnis erfolgreich gestalten."

Und dann war da noch Heinz Lindner: Der österreichische Nationaltorhüter, den der SVWW zwei Tage vor dem Spiel verpflichtet hatte, stand sofort in der Anfangself und verhalf seinen Vorderleuten zur nötigen Stabilität. "Jeder war heute von uns eine Mentalitäts-Bestie, jeder hat sich in die Schüsse geworfen", sagte der 29-Jährige nach dem Spiel.

"Die Jungs haben alles reingeworfen"

Das Torwartproblem, das nach den durchwachsenen Leistungen von Lukas Watkowiak und der schweren Verletzung von Jan-Christoph Bartels entstanden ist, ist gelöst. Und die Mannschaft macht die unglücklichen Auftritte der ersten sieben Saisonspiele vergessen: Die große Abwehrschlacht wurde am Ende belohnt, der VfB Stuttgart brachte trotz drückender Überlegenheit den Ball nicht zum Ausgleich im Tor unter. "Wir sind sehr stolz auf unsere Defensivarbeit", lobte Rehm und fügte an: "Wir haben in den letzten Wochen richtig auf die Fresse gekriegt, das hat uns zusammengeschweißt."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lindner: "Sowas habe ich noch nie erlebt"

Heinz Lindner in seinem ersten Spiel für den SV Wehen Wiesbaden
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In der kommenden Woche verlangsamt sich das schnelllebige Fußballgeschäft für den SVWW, der die rote Laterne des Tabellenletzten für mindestens zwei Nächte an Bochum abgeben konnte, ein bisschen - die nächste Länderspielpause steht an. Die Wiesbadener nutzen sie für einen Test gegen den Bundesligisten Paderborn am Donnerstag in Lohfelden (14 Uhr). Am übernächsten Samstag (13 Uhr) geht es dann mit dem Heimspiel gegen Heidenheim weiter.