Der Moment der Gefühlsexplosion bei SVWW-Trainer Rüdiger Rehm und Sportdirektor Christian Hock.
Der Moment der Gefühlsexplosion bei SVWW-Trainer Rüdiger Rehm und Sportdirektor Christian Hock. Bild © Imago

Der SV Wehen Wiesbaden lässt sich nach dem Erfolg in der Relegation beim FC Ingolstadt feiern. Die Landeshauptstädter dürfen sich in der nächsten Saison mit großen Kalibern in der 2. Liga messen - und mit deutlich mehr Geld in der Kasse kalkulieren. Eine Legende macht derweil Schluss.

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Die Freudentränen von Christian Hock waren nach Schlusspfiff noch gar nicht richtig getrocknet, da kullerten schon die nächsten die Wange herunter. Der Sportdirektor des SV Wehen Wiesbaden war nach dem 3:2-Sieg in einer packenden, hochspannenden Partie beim FC Ingolstadt (im Hinspiel unterlag man 1:2) und dem damit verbundenen Aufstieg noch lange Zeit nach Abpfiff emotional berührt. "Ich habe mitgefiebert bis zum Schluss. Danach spürte ich pure Freude, aber auch Sprachlosigkeit. Das ist ein Erlebnis, das mir ganz nah geht. Es ist eine Top-Sache für uns", sagte Hock dem hr-sport. Und das war es auch für die hessische Landesregierung, die dem Klub per Tweet gratulierte.

Mit einer starken Leistung steigt der @SVWW_official in die 2. Bundesliga auf! Ministerpräsident #Bouffier und Innenminister #Beuth gratulieren den Fußballern des SV Wehen Wiesbaden: „Wir sind stolz auf das Team aus unserer Landeshauptstadt.“ #FCISVWW #SVWW #Hessen

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"Ein bisschen aufwärts"? - Von wegen!

Deutlich gefasster wirkte hingegen Trainer Rüdiger Rehm, der offenbar noch gar nicht vollständig realisieren konnte, welch großer Schritt dem Klub aus der Landeshauptstadt geglückt ist. "Ich lebe davon, auch von den negativen Momenten zu lernen. Es geht nicht immer nur bergauf im Fußball und im Leben", sinnierte Rehm und fügte an: "Heute ist aber ein Tag, an dem es ein bisschen aufwärts geht."

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Ein bisschen? Eine große Untertreibung! Nach zehn Jahren in der 3. Liga bedeutet dieser Sprung nach oben den Eintritt in eine neue Dimension. Hamburger SV, VfB Stuttgart, Hannover 96, 1. FC Nürnberg, VfL Bochum oder Arminia Bielefeld statt Großaspach, Unterhaching oder Zwickau: Es ist davon auszugehen, dass sich der jetzige Zuschauerschnitt von 3.057 mindestens verdoppelt.

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Mintzel macht Schluss

Im Alter von 37 Jahren hat SVWW-Vereinslegende Alf Mintzel seine Karriere beendet. Das gab der Linksaußen auf der Aufstiegsfeier von Wehen Wiesbaden am Mittwoch bekannt. "Es war mir eine Ehre. Ich bin ergriffen davon, welche Liebe ihr mir entgegen gebracht habt", rief Mintzel den Fans des Zweitliga-Aufsteigers zu. Der Blondschopf war im Jahr 2010 zu den Hessen gewechselt und ist über die Jahre zum Fanliebling gereift. "Ich find's geil, dass ich am Wochenende sagen kann: Scheiß drauf, ich muss nicht auf den Platz", scherzte er. Trainer Rüdiger Rehm sprach von einem "krönenden Abschluss" von Mintzels Karriere.

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SVWW kann häufiger mit "voller Hütte" Rechnen

Das während der Umbauphase nur rund 9.000 Zuschauer fassende Stadion wird mit großer Wahrscheinlichkeit in einigen Partien „ausverkauft“ vermelden dürfen – letztmals war dies am 24. Oktober 2017 in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den FC Schalke 04 (1:3) der Fall. "Gegen wen wir spielen, habe ich noch nicht wahrgenommen“, sagte Rehm zwar. Doch ihm war sofort klar: "Der Einzige, der sich freut, ist der Geschäftsführer Finanzen, weil das Stadion dann voll ist."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Pröckl: "Ende 2020 soll die neue Tribüne fertig sein"

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Doch nicht nur das wohl häufig vollere Stadion bringt mehr Geld in die Kasse, sondern auch die TV-Geld-Einnahmen: Wehen Wiesbaden wird zwar als letzter Platz im Ranking geführt, doch rund 7,3 Millionen Euro helfen den Hessen bei der Weiterentwicklung (Quelle: fernsehgelder.de).

Kader muss nach dem "Wahnsinn" verstärkt werden

Der Kader wird Verstärkung benötigen, nur die wenigsten Spieler wie Manuel Schäffler, Patrick Schönfeld oder Sascha Mockenhaupt bringen Zweitligaerfahrung mit. Doch jetzt gilt es zunächst einmal, den "Wahnsinn" von Ingolstadt, wie Rehm seine Gefühlslage bei Schlusspfiff zusammenfasste, sacken zu lassen.

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