Marc Wachs im Stadion seines neuen Clubs SV Wehen Wiesbaden
Marc Wachs im Stadion seines neuen Clubs SV Wehen Wiesbaden. Bild © SV Wehen Wiesbaden

Rückkehr in die Heimat: Der gebürtige Wiesbadener Marc Wachs heuert beim SVWW an. Bundesweit Schlagzeilen machte der junge Verteidiger, als er im Winter 2016 Opfer eines brutalen Raubüberfalls wurde.

Lächelnd steht Marc Wachs im Stadion des SV Wehen Wiesbaden und hält in den Händen einen Fan-Schal seines neuen Arbeitgebers hoch. Der 22-Jährige hat auch allen Grund zur Freude, kehrt der gebürtige Wiesbadener doch in seine Heimat zurück. Zuletzt jagte der Verteidiger beim Ligarivalen VfL Osnabrück dem Leder hinterher. Dorthin war er zu Beginn der abgelaufenen Spielzeit vom Zweitligisten Dynamo Dresden ausgeliehen worden. Für Osnabrück absolvierte Wachs 28 Drittliga-Partien und erzielte ein Tor. Beim SVWW unterschrieb er am Donnerstag einen Vertrag bis Juni 2020.

So weit die sportlichen Fakten zu Wachs, der aber noch eine ganz andere Geschichte abseits des Rasens zu erzählen hat. Sie ist dramatisch, sorgte im Winter 2016 bundesweit für Schlagzeilen – die Tat hätte dem gebürtigen Wiesbadener fast das Leben gekostet. Rückblende: Wachs war kurz vor Weihnachten auf Heimatbesuch und besuchte morgens den Kiosk seiner Tante in Biebrich, als plötzlich ein Räuber den Laden betrat.

Tante stirbt, Onkel überlebt

Der Täter schoss ohne Vorwarnung der 59 Jahre alten Besitzerin ins Gesicht und dann auf ihn. Das Projektil blieb in seinem Hals stecken und verfehlte die Halsschlagader nur knapp. Wachs konnte sich schwer verletzt ins Freie retten und noch um Hilfe rufen. Sein Onkel wurde ebenfalls von einer Kugel getroffen, überlebte wie er schwer verletzt. Seine Tante starb.

Der 26 Jahre alte Täter wurde später gefasst und zu lebenslanger Haft verurteilt. Wachs sagte im Prozess vergangenen August aus, dass er nach dem Überfall unter Angstzuständen leide. Die Tat habe außerdem Einfluss auf seine sportliche Karriere genommen. Viele Spieler hätten sich von ihm abgewandt. Das dürfte sicherlich auch ein Grund gewesen sein, warum er damals von Dresden nach Osnabrück gewechselt war.

"Wechsel für mich etwas Besonderes"

Jetzt ist er also beim SV Drittligisten Wehen Wiesbaden gelandet. "Der Wechsel ist für mich etwas Besonderes, denn ich bin in Wiesbaden geboren und aufgewachsen, meine Familie und Freunde leben hier", hob Wachs am Donnerstag hervor. Sein künftiger Trainer Rüdiger Rehm freut sich auf den Linksfuß, der über den FSV Schierstein und SV Niedernhausen den Weg in die Jugendabteilung des FSV Mainz 05 gefunden hatte. "Marc ist ein offensiver Außenverteidiger, der gefährliche Standards und gute Flanken schlägt."