Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga ist die Fehleranalyse beim SV Wehen Wiesbaden abgeschlossen. Die wichtigste Lehre für Sportdirektor Christian Hock: Zeit lassen bei der Kaderplanung.

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SVWW-Sportdirektor Christian Hock nachdenklich
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Nein, abgeschlossen hat der SV Wehen Wiesbaden mit dem Zweitliga-Abstieg noch immer nicht. Auch mit vier Wochen Abstand. "Es fühlt sich – auf gut Deutsch – immer noch beschissen an", gibt SVWW-Sportdirektor Christian Hock im Gespräch mit dem hr-sport zu. Aber es hilft ja alles nichts. In acht Wochen geht die neue Drittliga-Saison los. Für Hock gibt es also einiges zu tun.

15 Spieler haben den SVWW seit dem Abstieg bereits verlassen, beziehungsweise mussten gehen. Gekommen sind mit Innenverteidiger Florian Carstens und Mittelfeldspieler Gianluca Korte bislang nur zwei Neue. Das ist zum einen auf die Coronakrise und das generell eher zurückhaltende Gebaren der Vereine auf dem Transfermarkt zurückzuführen.

So schnell wie möglich wieder zweitklassig

Es ist speziell beim SVWW mit Blick auf die Fehleranalyse der vergangenen Saison aber auch nicht wirklich verwunderlich. "Ein Fehler war sicher, dass wir zu früh den Kader zugemacht haben und zu früh Spieler an den Verein gebunden haben, die nicht die nötige Qualität für die zweite Liga hatten", erklärt Hock.

Die Wiesbadener werden in diesem Sommer also bedächtiger auf dem Transfermarkt vorgehen. Zwar ist der Aufstieg kein klares Muss, aber "es muss ja das Ziel sein, mit dem SV Wehen Wiesbaden schnellstmöglich wieder in die zweite Liga zu kommen". Folglich suchen die Hessen Spieler, die sich in beiden Ligen zuhause fühlen. Das dürfte nich ganz einfach werden.

Gesucht: der neue Robert Andrich

Mit einem deutlich kleineren Etat muss der Sportdirektor im Prinzip die halbe Mannschaft neu planen. Der SVWW sucht auf der Torwart-Position nach Ersatz, will die zentrale Verteidigung weiter stärken und wird nach den Abgängen von Max Dittgen und Daniel Kofi-Kyereh sicherlich auch offensiv noch mal nachlegen. "Und natürlich brauchen wir, das ist auch ganz wichtig, im Mittelfeld einen Spieler wie wir ihn früher mal mit Robert Andrich hatten. Einen, der eine gute Defensivqualität hat und einen spielerischen Akzent mit in die Mannschaft bringt," so Hock.

Aktuell keinen Bedarf haben die Hessen im Sturmzentrum. Trotz 19 Toren in Liga zwei ist für Top-Torjäger Manuel Schäffler bislang noch kein Angebot eingegangen. "Dass da Anfragen kommen könnten, darauf sind wir vorbereitet. Aber Manu hat bei uns Vertrag und fühlt sich auch ganz wohl bei uns", so Hock. Mit Phillip Tietz habe man zudem schon einen möglichen Ersatz in den eigenen Reihen.

Das verflixte siebte Jahr

Beim SV Wehen Wiesbaden ist man sicher, dass man die Fehler der vergangenen Saison richtig analysiert und dementsprechend nicht wiederholen wird. "Ich bin jetzt das siebte Jahr beim SV Wehen Wiesbaden. Und wir haben eigentlich immer einen Schritt nach vorne gemacht. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal einen Rückschritt hinnehmen müssen", zieht Hock Bilanz. Das achte Jahr soll, auf gut Deutsch gesagt, wieder kein beschissenes werden.

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