Maximilian Thiel von Wehen Wiesbaden.

Der SV Wehen Wiesbaden thront auf Rang eins und bejubelt ein Wahnsinnstor. Vor dem Spitzenspiel gegen Magdeburg treten Spieler und Trainer zwar auf die Bremse, aber das Team spielt wie beflügelt - auch vom privaten Glück.

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Maximilian Thiel
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Große Erfolge vereinen in der Regel eine Mischung aus Talent, Arbeit und Glück. So war es auch bei Wehen Wiesbadens Maximilian Thiel, der in Duisburg am Mittwoch ein potenzielles "Tor des Monats" schoss. In der 83. Minute zeigte Thiel Arbeitseifer, als er den Angriff der Duisburger mit einem Tackling in der eigenen Hälfte unterband.

Danach bewies er sein Talent, einen Ball kurz hinter der Mittellinie punktgenau aus fast fünfzig Metern aufs Tor zu schießen. Schlussendlich hatte Thiel Glück, dass Duisburgs Torhüter Leo Weinkauf zu weit vor seinem Kasten stand und den Schuss ins Tor tropfen ließ. Der sehenswerte Treffer zum 2:0 fuhr den Dreier der Wiesbadener nach Hause und damit die Tabellenführung in der dritten Liga.

Maximilian Thiel: Nachwuchs als besondere Motivation

"Ich sehe, dass der Torwart ein bisschen weit draußen steht und habe dann natürlich auch Glück, dass er ihn sich ein bisschen selbst reinlegt", beschrieb Thiel bescheiden sein Husarenstück. Außerdem berichtete er, wie ihn sein privates Glück angetrieben hatte: "Meine Verlobte ist schwanger. Wir haben eine harte Zeit hinter uns. Nun ist es ein großes Geschenk, dass es jetzt gut aussieht." Im November erwartet das Paar einen Jungen, Thiels Verlobte feierte am Mittwoch zudem noch Geburtstag. "Ich widme ihr das Tor."

Nicht nur Thiel, sondern die gesamte Elf scheint besonders motiviert. In fünf Spielen sammelte der SVWW elf Punkte und steht auf dem ersten Tabellenplatz. Am Samstag wartet das Spitzenspiel gegen den Dritten Magdeburg. "Da waren auch glückliche Siege dabei, das können wir schon einordnen", so Thiel. "Gegen Magdeburg wird es genauso eng wie gegen Duisburg." Tatsächlich hatten die Wiesbadener in einigen Szenen gegen den MSV auch Glück, als beispielsweise Torhüter Florian Stritzel im ersten Durchgang glänzend parierte.

Gründe für den Erfolg: Toptorjäger und stabile Abwehr

"In diesen Momenten hätte das Spiel kippen können", sagte Trainer Rüdiger Rehm. "Zu Beginn der zweiten Hälfte war Duisburg am Drücker, aber wir haben es in der Box gut verteidigt und waren effizienter." Man könnte auch sagen, dass Wiesbaden abgebrüht wie eine Spitzenmannschaft agierte.

Auch einige Fakten untermauern dieses Profil: Die Mannschaft hat zuletzt zwei Mal in letzter Minute getroffen - gegen Havelse trotz Unterzahl dreifach gepunktet. In vorderster Front erzielte Gustaf Nilsson seinen dritten Saisontreffer mit einem ansehnlichen Kopfball gegen die Laufrichtung. Er teilt sich nun mit fünf anderen die Spitze an der Torjägerliste.

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Der SVWW jubelte über den Last-Minute-Sieg
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Gleichzeitig steht die Defensive sehr sicher. Mit nur einem Gegentor in fünf Spielen stellt der SVWW die beste Abwehr der gesamten Liga. Dabei war nach der Roten Karte und der Sperre für Ahmet Gürleyen auch Neuzugang Jozo Stanic am Mittwoch rotgefährdet und musste prophylaktisch ausgewechselt werden.

Wie schon in vorangegangenen Partien hätte das Pendel somit auch gegen die Wiesbadener ausschlagen können, doch die Mannschaft hat sich das Glück anscheinend erarbeitet - und an Talent scheint es den Spielern ebenfalls nicht zu mangeln. Die Voraussetzungen nach diesem Saisonstart könnten also nicht besser sein, damit sich Wehen Wiesbaden tatsächlich in der Spitzengruppe etablieren kann.