Das Team des SV Wehen Wiesbaden in der Wintervorbereitung

Für das Team aus der hessischen Landeshauptstadt gibt es nur ein Ziel: Irgendwie den Klassenerhalt schaffen - notfalls über die Relegation.

Videobeitrag

Video

zum Video SVWW-Trainer Rüdiger Rehm im Interview

SVWW-Trainer Rüdiger Rehm beim Interview
Ende des Videobeitrags

So lief die Hinrunde:

Der katastrophale Start mit einem Punkt aus den ersten sieben Spielen steckt dem SV Wehen Wiesbaden noch in den Knochen - zumindest tabellarisch. Vor allem die Auswärtssiege in Stuttgart, Nürnberg und Karlsruhe haben Selbstvertrauen und Punktekonto allerdings gestärkt, das Team ist nun in Schlagdistanz zum rettenden Ufer. Auch die Schießbude wurde geschlossen: Nach 23 Gegentreffer in den besagten ersten sieben Spielen kamen im Anschluss in elf Partien nur noch zwölf hinzu.

In der Restrunde will Trainer Rüdiger Rehm mit seinem Team an die jüngsten elf Spiele anknüpfen, aus denen 16 Punkte resultierten. "Mit diesem Schnitt würden wir in der Liga bleiben", rechnet der Coach vor. Enttäuschend ist allerdings die Heimbilanz: Aus den neun Spielen vor eigenem Publikum gab es nur einen Sieg. An dieser Statistik kann allerdings direkt im ersten Spiel 2020 gegen Erzgebirge Aue einiges verbessert werden.

Wer kommt, wer geht:

Als neues Gesicht für die Offensive ist Sydney Friede mit an Bord, der bei Hertha BSC unter Jürgen Klinsmann keine Zukunft sah und sich bis Saisonende dem Team der hessischen Landeshauptstadt angeschlossen hat. "Egal, ob in der 1., 2. oder 3. Liga: Im Winter ist es schwierig, einen Spieler zu finden, der sofort zu 100 Prozent weiterhilft. Bei Sidney sind wir uns dessen sicher", ist Sportdirektor Christian Hock voll des Lobes über den U-Nationalspieler.

In die Mannschaft ist der 21-Jährige jedenfalls schon top integriert: Beim hr-Interview mit Friede im Trainingslager in Spanien alberten die Teamkollegen herum, es gab kaum eine Frage, die nicht durch sein Lachen oder das der im Hintergrund herumhampelnden Kollegen unterbrochen wurde. "Wir sind total euphorisch", so der Berliner.

Weitere Neuzugänge wird es nur geben, wenn sie Stammspieler-Potenzial haben, der Kader ist durch die Rückkehr einiger Verletzter wie Stürmer Philipp Tietz oder Außenverteidiger Moritz Kuhn recht aufgebläht. Gut möglich ist dagegen, dass bis zum Ende der Transferphase noch einer oder mehrere junge Spieler, die aktuell kaum Einsatzzeiten bekommen, an andere Vereine ausgeliehen werden.

Videobeitrag

Video

zum Video Schnellfragerunde mit Sidney Friede

Sidney Friede, SV Wehen Wiesbaden
Ende des Videobeitrags

Der Trainer:

Rüdiger Rehm hat es allen gezeigt: Nach 17 sieglosen Zweitliga-Spielen in Folge (zehn mit Bielefeld 2017, sieben mit dem SVWW 2019) ist auch er inzwischen in der Liga angekommen. Dabei bewies der 41-Jährige Flexibilität, als er nach dem katastrophalen Saisonstart von seinem bevorzugten System mit Viererkette abrückte und stattdessen einen Offensivspieler für eine zusätzliche Abwehrkraft opferte. Mit dieser Fünferkette lief es deutlich besser. "Im Großen und Ganzen hat uns das System wichtige Punkte gebracht. Vielleicht muss man dann als Trainer die Gegebenheiten akzeptieren und abwarten", so Rehm.

Rehm genießt im Verein höchstens Vertrauen - und könnte ganz nebenbei für ein Novum sorgen: Der Übungsleiter des SVWW hat bereits drei Gelbe Karten gesehen, bei einer weiteren wäre er für ein Spiel gesperrt - als erster Trainer seit Einführung der neuen Regel im August 2019.

Erwartungen an die Rückrunde:

Das Ziel für den SVWW ist klar: irgendwie den Klassenerhalt schaffen. Dafür muss das Team an die Leistungen der vergangenen elf Spiele anknüpfen. "Die Jungs haben gezeigt, dass sie in der Liga bestehen können", sagt Rehm. "Es ist noch ein weiter Weg. Aber jeder will den Klassenerhalt unbedingt schaffen."

Vor dem Auftakt im neuen Jahr sind die Hessen Tabellenvorletzter, bis zum Relegationsrang fehlen zwei Punkte, bis zu einem Nicht-Abstiegsplatz drei Zähler. Das sah zu Saisonbeginn noch deutlich schlechter aus. Diese Aufholjagd will der Verein krönen, wenn es sein muss auch über den Umweg Relegation. Und sollte sich Manuel Schäffler ganz nebenbei die Torjägerkrone sichern - aktuell liegt er in der Rangliste auf Platz zwei, nur einen Treffer hinter Fabian Klos - würde sich in Wiesbaden ganz sicher auch niemand beschweren.

Videobeitrag

Video

zum Video Manuel Schäffler: "Zweikampfhärte, Leidenschaft und alles reinwerfen"

Manuel Schäffler vom SV Wehen Wiesbaden
Ende des Videobeitrags