Der eingereichte Protest des VfB Stuttgart ist für den SV Wehen Wiesbaden nicht der Rede wert. Vielmehr will der SVWW nach dem Coup gegen die Schwaben gleich das nächste Topteam ärgern. Personell gibt es vor dem Spiel am Freitag beim 1.FC Heidenheim aber mehrere Baustellen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rehm: "Es war kein offensichtlicher Fehler"

Rüdiger Rehm
Ende des Audiobeitrags

Genau so hatte sich Rüdiger Rehm den Neustart nach der Corona-Pause vorgestellt. 2:1 gegen den Aufstiegsaspiranten VfB Stuttgart gewonnen, mit einem Last-Minute-Treffer ordentlich Selbstvertrauen getankt und drei wichtige Punkte im Abstiegskampf verbucht. "Es gibt uns ein gutes Gefühl. Das Spiel hat gezeigt, dass wir in der Pause gut gearbeitet haben", sagte der Trainer des SV Wehen Wiesbaden vor der nächsten schweren Aufgabe am Freitag (18.30 Uhr) beim 1. FC Heidenheim.

Rehm gibt Einspruch keine Chance

Siege gegen Stuttgart schmecken dem gebürtigen Heilbronner zudem naturgemäß doppelt gut. Da störte es Rehm auch nicht weiter, dass der VfB am Mittwoch offiziell Protest beim DFB gegen die Spielwertung eingereicht hat. Die strittige Handelfmeter-Entscheidung in der Nachspielzeit, so die Argumentation der Schwaben, sei durch ein überflüssiges, nicht regelkonformes Eingreifen des Video-Schiedsrichters herbeigeführt worden, da kein eindeutiger Verstoß vorgelegen habe.

"Das war sicherlich eine skurrile Situation, aber es war kein offensichtlicher Fehler", urteilte Rehm rückblickend. Mit einem Erfolg des VfB-Protests rechnet der 41-Jährige daher auch nicht. "Ich weiß, wie solche Einsprüche behandelt werden. Wir werden uns nicht weiter damit beschäftigen", erklärte er das Thema für beendet.

Vorbild Heidenheim

Vielmehr liegt seine volle Konzentration bereits auf dem Spiel am Freitag in Heidenheim. Mit dem Tabellenvierten erwarten die Hessen nicht nur das nächste Topteam, sondern auch eine Art Blaupause für die eigene angestrebte Entwicklung. Seit Jahren ist der kleine Club von der Schwäbischen Alb in der zweiten Liga etabliert und klopft nun sogar an das Tor zur Bundesliga. "Das ist ein Verein, der als Vorbild für uns gilt", würdigte Rehm die Entwicklung und Mentalität der Heidenheimer.

Dass die Hausherren ihrerseits den Re-Start mit 0:3 beim VfL Bochum ordentlich in den Sand setzten, sieht Rehm keinesfalls als Vorteil. "Sie werden sicherlich sehr viel Wut im Bauch haben, und sie wollen diese Wut am Freitagabend rauslassen", warnte der Trainer, der mit Sascha Mockenhaupt und Benedikt Röcker gleich zwei gelb-gesperrte Innenverteidiger ersetzen muss.

Rettendes Ufer in Sicht

Doch Rehm ist überzeugt, auch hier adäquate Alternativen zu finden: Kandidaten für das Abwehrzentrum seien etwa Jeremias Lorch, Sebastian Mrowca, Moritz Kuhn, Dominik Franke oder Paterson Chato. Zudem meldete sich der zuletzt angeschlagene Niklas Dams wieder fit.

Trotz der weiterhin bedrohlichen Lage im Tabellenkeller geht der SVWW gestärkt in den Saison-Endspurt. Bereits am Freitag könnte der vorübergehende Sprung ans rettende Ufer gelingen. "Wir gehen jedes Spiel an, als wenn es das letzte ist", sagte Rehm. Das habe nichts mit einem möglichen Abbruch wegen der derzeitigen Corona-Krise zu tun. "Wenn wir uns weiter so entwickeln, werden wir in der Tabelle nach oben klettern", ist der Coach überzeugt.