Collage Markus Kolke Tobias Mißner
Der eine geht, der andere kommt: Torhüter Markus Kolke verlässt den SVWW, neu dabei ist Tobias Mißner aus der BVB-Jugend. Bild © Imago Images

Der SV Wehen Wiesbaden drückt auf die Tube: Allein mit seinen Neuzugängen könnte der Zweitliga-Aufsteiger schon jetzt eine komplette Mannschaft stellen. Erfahrung sucht man bei den Neuen vergeblich. Dafür verlassen verdiente Spieler den Verein.

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Das Stadion des SV Wehen Wiesbaden

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Jugend forscht in Wiesbaden

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Offiziell beginnt die Transferperiode in diesem Sommer am 1. Juli. In der hessischen Landeshauptstadt wollte man so lange aber nicht warten: Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga haben Sportdirektor Christian Hock und Trainer Rüdiger Rehm keine Zeit mit Feiern oder Ausspannen vergeudet. Ganze elf Neuzugänge, acht Externe und drei Jugendliche, haben sich dem SVWW Stand Mitte Juni angeschlossen. Demgegenüber stehen acht Abgänge, darunter einige Identifikationsfiguren.

Nachdem "Methusalem" Alf Mintzel (37) bereits die Aufstiegs- zu seiner persönlichen Abschiedsfeier hatte werden lassen, wurde am Freitag bekannt, dass mit Markus Kolke ein weiteres prägendes Gesicht der vergangenen Jahre den SV Wehen Wiesbaden verlässt. Die "Krake", wie der Keeper liebevoll genannt wird, verlässt den Club überraschend in Richtung Rostock. Man habe den eigentlich bis 2020 laufenden Vertrag auf Kolkes Wunsch aufgelöst, teilte der SVWW mit.

Kolke macht den Weg für eine neue Nummer eins frei

Ein Nachfolger für die Nummer eins dürfte bereits in den Startlöchern stehen. Ansonsten wäre es kaum vorstellbar, den 28-jährigen Kolke nach acht Jahren und 245 Pflichtspielen ohne Not in die 3. Liga ziehen zu lassen. "Wir danken ihm für sein langjähriges und außergewöhnliches Engagement", ließ sich Sportdirektor Hock in einer Mitteilung zitieren. Sentimentalitäten, so viel ist in den rund zwei Wochen nach dem Aufstieg deutlich geworden, spielen in den Planungen für die 2. Bundesliga keine große Rolle.

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Neuzugänge

Michel Niemeyer (1.FC Magdeburg)
Jan Vogel (eigene A-Jugend)
Arthur Lyska (eigene Jugend)
Paterson Chato (SF Lotte)
Michael Guthörl (Greuther Fürth II)
Tobias Mißner (Borussia Dortmund U19)
Marvin Ajani (Hallescher FC)
Jakov Medic (1.FC Nürnberg II/Leihe)
Benedikt Röcker (Bröndby IF)
Cedric Euschen (1.FC Nürnberg II)
Giona Leibold (eigene Jugend) 

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Der SVWW hat sich offenbar eine Verjüngungskur auf die Fahnen geschrieben. Und treibt diese ohne Zeit zu verlieren voran. Ein Umbruch mit der Brechstange sozusagen. Bis auf den bundesligaerfahrenen Verteidiger Benedikt Röcker (29), der von Bröndby IF kommt, findet sich unter den Neuzugängen kein Spieler, der älter als 25 Jahre ist. Das Durchschnittsalter der Neuen: 21, 3 Jahre. Jugend forscht in Wiesbaden.

Reifeprozess im laufenden Zweitliga-Betrieb

Auch wenn es noch gänzlich früh ist, die Transferstrategie der Hessen zu bewerten, so lässt sich bislang doch feststellen, dass der eingeschlagene Weg mutig, wenn auch riskant wirkt. Statt wie viele andere Aufsteiger vor ihnen erst einmal auf "alte Hasen" zu setzen, sprich Bankspieler aus der ersten oder zweiten Liga, holen die Wiesbadener hochtalentierte und unfertige Spieler wie Außenverteidiger Tobias Mißner, der mit der Dortmunder U19 gerade Deutscher Meister geworden ist. Rüdiger Rehm muss die Talente nun unter Wettbewerbsbedingungen formen.

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Abgänge

Simon Brandstetter (Mainz 05 II)
Florian Hansch (Sandhausen/Leihende)
Alf Mintzel (SG Walluf)
Sören Reddemann (Chemnitzer FC)
Markus Kolke (Ziel unbekannt)      

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Einer, der dabei helfen soll, ist Manuel Schäffler, der nicht nur qua Spitzname als "Cheffe" beim Neu-Zweitligisten bezeichnet werden kann. Der Angreifer hat seinen Vertrag trotz einiger Angebote verlängert und gilt als absoluter Schlüsselspieler in den Planungen des SVWW. "Er identifiziert sich zu 100 Prozent mit dem Verein und seiner Aufgabe", sagte Sportdirektor Hock.

Schäffler muss Tore schießen und die jungen Wilden auf dem Platz an die Hand nehmen. Keine leichte Aufgabe für den 30-Jährigen. Doch vielleicht bekommt Schäffler ja noch Unterstützung, die sowohl Erfahrung als auch Klasse mitbringt. Bis zum Ende der Transferperiode am 31. August ist noch viel Zeit.