Die Spielzeiten in der Handball-Bundesliga und 2. Bundesliga sind wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden. Das haben die 36 Clubs am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen - auch die hessischen Teams votierten für den Abbruch.

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zum Video Saisonende für MT und HSG: Abbruch in der Handball-Bundesliga

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Die Handball Bundesliga (HBL) hat ihre Saison aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen. Deutscher Meister ist der THW Kiel. Das legte die Liga am Dienstag nach einer virtuellen Mitgliederversammlung fest. Zuvor hatten die 36 Erst- und Zweitligisten auf schriftlichem Wege über eine Fortsetzung der Spielzeit abgestimmt. Die erforderliche Dreiviertelmehrheit ist laut HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann "deutlich überschritten" worden.

Bei der Wertung der Spielzeit entschied sich das Präsidium der Bundesliga gegen eine Annullierung und für die Anwendung der Quotientenregel, die Tabellenführer Kiel als bestes Team der Saison 2019/20 ausweist. Absteiger wird es nicht geben, Aufsteiger sind HSC 2000 Coburg und TuSEM Essen.

Hessische Clubs votierten für Abbruch

Die hessischen Clubs rangieren im Tabellenmittelfeld. Die MT Melsungen beendet die Spielzeit als Siebter, die HSG Wetzlar ist Neunter. Die Mittelhessen haben sich bei der Abstimmung für den Abbruch gestimmt. "Es alternativlos, weil es wirtschaftlich wichtig ist, dass die Liga überlebt", sagte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp dem hr-sport. "Es hat die unternehmerische Vernunft gesiegt." Die Handball-Clubs könnten sich Geisterspiele schlicht nicht leisten. "Wir müssen irgendwann wieder spielen, sonst sind wir tot", so Seipp weiter.

So sieht es auch Axel Geerken, Geschäftsführer der MT Melsungen. Auch die Nordhessen haben für den Abbruch votiert. "In der Kürze der Zeit waren alterntive Konzepte nur sehr schwer umzusetzen. Man hätte die Spieler irgendwo kasernieren und an gesammelten Orten spielen müssen", betonte Geerken, der nach der Entscheidung nun nach vorne blicken will. "Der nächste Schritt wird sein, kreative Ideen zu entwickeln, wie die neue Saison starten kann. Bestenfalls wäre das im September." Die Teams müssten sich aber auch darauf vorbereiten, dass das nicht möglich.

Saisonschluss auch in 2. Bundesliga

Die HBL startet mit 20 Klubs in die neue Saison, in der es vier Absteiger geben wird. Für Rekordmeister Kiel ist es nach vier erfolglosen Anläufen der erste Meistertitel seit 2015 und der 21. insgesamt. Zum Vizemeister wurde die SG Flensburg-Handewitt erklärt. Der Meister der beiden Vorjahre, der in der seit Anfang März eingefroreren Tabelle den zweiten Platz belegte, ist damit wie der THW für die Champions League der kommenden Saison qualifiziert. Der SC Magdeburg, die TSV Hannover-Burgdorf und die Rhein-Neckar Löwen spielen in der Euro League (ehemals EHF-Cup).

In der 2. Bundesliga ist der TV Hüttenberg vom Saisonabbruch betroffen. Der Club beendet die Saison auf Rang 15 und hatte sich in der Abstimmung für den Saisonabbruch ausgesprochen. "Geisterspiele sind für uns wirtschaftlich keine Option, auch wenn die ökonomischen Folgen mit einem Abbruch groß sind, wären sie anderenfalls wahrscheinlich immens höher. Mir tut es für unsere Fans und auch die Mannschaft leid, die Gesundheit Aller steht hier aber ganz klar an erster Stelle", sagte Geschäftsführer Fabian Friedrich.

Saison der Handballerinnen bereits abgebrochen

Anders als bei den Männern wird es in der abgebrochenen Handball-Bundesliga der Frauen 2020 keinen Deutschen Meister geben. Dies teilte die Handball-Bundesliga Frauen (HBF) am Dienstag mit. Maßgeblich für die Entscheidung sei, dass zum Zeitpunkt des Abbruchs noch fast ein Drittel der Saison zu spielen war. Die HSG Bensheim-Auerbach auf Rang acht, die Bad Wildungen Vipers sind als Tabellenzwölfter einen Rang von einem Abstiegsplatz entfernt.