Timo Kastening

Nach Julius Kühn fallen mit Kai Häfner und Timo Kastening nun alle deutschen Handball-Nationalspieler aus Melsungen bei der EM wegen Corona aus. MT-Manager Axel Geerken leidet von Nordhessen aus mit.

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"Unsere Spieler haben nur leichte Halsschmerzen"

Axel Geerken
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Für die deutschen Handball-Nationalspieler der MT Melsungen ist diese Europameisterschaft eine Berg- und Talfahrt. Kurz nach seinen sechs Toren beim Auftaktsieg gegen Belarus wurde Rückraumspieler Julius Kühn aus allen Träumen gerissen. Kühn wurde positiv auf Corona getestet und musste in Quarantäne. Die EM findet seitdem - zumindest vorübergehend - ohne ihn statt. Zum Beispiel der 34:29-Sieg am Sonntag gegen Österreich, bei dem Kühns Melsunger Vereinskollege Timo Kastening mit neun Toren erfolgreichster Werfer war.

Doch auch Kastening konnte sich nicht lange über den Erfolg freuen. Bereits einen Tag späten wurde der 26-Jährige positiv getestet. Genau wie Melsungens Kai Häfner. Insgesamt sind mittlerweile sieben deutsche Spieler betroffen. Die Fallhöhe ist enorm. MT-Manager Axel Geerken leidet von Nordhessen aus mit: "Wenn man dann auf einmal aus dem deutschen Mannschafts-Hotel in so ein Quarantäne-Hotel umziehen muss, das ist natürlich nicht so toll."

Dieses ständige Auf und Ab mache es für alle Spieler bei der EM so anstrengend. "Das ist halt immer diese Befürchtung, dass da was passieren könnte. Das ist mental eine sehr schwierige Situation. Jetzt ist eigentlich ein wichtiges Spiel gegen Polen, aber du bist eigentlich nur noch mit diesen Corona-Themen beschäftigt. Das ist schon nicht so einfach." Das Match gegen Polen steigt am Dienstagabend (18 Uhr).

Leichte Symptome bei Melsunger Spielern

Melsungen-Manager Geerken hält Kontakt zu seinen Corona-positiven EM-Spielern Kühn, Kastening und Häfner, die im Quarantäne-Hotel weilen. Allerdings nur mit leichten Symptomen.

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Auch Klimpke fällt aus

Bei der Handball-EM verzeichnete das deutsche Team auch am Dienstag weitere Corona-Fälle. Mit Torwart-Shootingstar Till Klimpke von der HSG Wetzlar hat es den nächsten Hessen erwischt. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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Geerken: "Alle drei haben lediglich leichte Halsschmerzen und wären im Normalfall wahrscheinlich gar nicht auf die Idee bekommen, sich krank zu melden." Aber in Zeiten von Corona bedeuten Halsschmerzen samt Positiv-Test zunächst einmal das vorübergehende EM-Aus. Ob und wann Kühn, Häfner und Kastening wieder zur Mannschaft stoßen können ist unklar. Bei Kühn könnte es nach zwei negativen PCR-Tests frühestens am Donnerstag so weit sein.

Eines ist MT-Manager Geerken in diesem Zusammenhang wichtig: "Das haben wir auch mit dem Deutschen Handballbund (DHB) besprochen, dass die Spieler vor der Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb auch noch mal intensiv untersucht werden. Fünf Tage Quarantäne ist ja nicht viel." Auch wenn die Spieler kaum Symptome hätten, seien die Auswirkungen letztlich noch nicht alle total bekannt.

Geerken traut DHB-Team bei der EM viel zu

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"Die Nachnominierten sind da. Dank an die Vereine."

DHB-Sportvorstand Axel Kromer
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Das sportliche Abschneiden bei der EM ist - wegen der vielen Corona-Fälle - fast schon in den Hintergrund getreten. Dabei könnte sich die Handball-Nationalmannschaft am Dienstagabend durch einen Sieg gegen Polen ein gute Ausgangsposition für die Hauptrunde verschaffen. "Ich finde es sehr erfrischend, was das Team aktuell bei der EM bringt", sagt Geerken.

Was für ihn ein Vorteil ist: "Der ganz große Druck der vergangenen Jahre, der durch interne Zielsetzungen und die dementsprechenden Erwartungen der Öffentlichkeit entstanden ist, ist diesmal in der Form nicht da." Auch wenn im Spiel gegen Polen nun viele Leistungsträger ersetzt werden müssen.

Zuletzt, beim Sieg gegen Österreich, zeigten sich gerade die Außenspieler Kastening und Lukas Mertens in starker Form. Beide sind wegen der Positiv-Tests diesmal nicht dabei. Dafür wurden fünf Spieler nachnominiert und stießen am Montag zur deutschen Mannschaft.

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